Harald Weinrich

Über das Haben

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Cover: Über das Haben
C. H. Beck Verlag, Frankfurt am Main 2012
ISBN 9783406640940
Gebunden, 288 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Am Eingang dieses Buches begrüßt uns Diogenes von Sinope, der nichts haben will, nicht einmal von Alexander dem Großen. Er ist freilich die Ausnahme. Die meisten Menschen haben gern, und deshalb mangelt es auch nicht an Gründen und Anlässen, sich über das Haben zu äußern. In einer höchst unterhaltsamen Reise durch die Sinnwelten des Habens eröffnet Harald Weinrich, der Grandseigneur der europäischen Sprachwissenschaft, verblüffende Einsichten in unseren Gebrauch des Wörtchens Haben - und unser Haben-Denken, das sich darin offenbart.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2012

Geradezu ins Schwärmen gerät Johan Schloemann über Harald Weinrichs Buch "Über das Haben". Der "Altmeister der Sprach- und Literaturwissenschaft" liefert für ihn eine höchst unterhaltsame, gebildete und leichthändige Untersuchung eines Alltagsworts, an das große Themen geknüpft sind. Diesen nähert sich der Autor zur Freude des Rezensenten in ebenso gedankenreichen wie amüsanten Skizzen. Dabei kommen Verb und Grammatik von "haben" ebenso zum Zug wie das Thema Haben in Philosophie und Literatur, in Wörterbüchern und Börsenromanen, in Wirtschaft und Alltag. Schloemanns Fazit: das ideale Geschenkt für alle, "die schon alles haben, aber auch für die, die gerne mehr hätten".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2012

Harald Weinrich verteidigt in seinem Buch "Über das Haben" die existenzielle Bedeutung des Konzeptes "Haben" gegen kurzgreifende, kultur- und kapitalismuskritische Vorwürfe, berichtet Ralf Konersmann. Die Öffentlichkeit halte an der Gegenüberstellung von Sein und Haben fest, preise das Sein und verdamme das Haben - in ihrer Bedeutung für das Glück der Menschen, resümiert der Rezensent Weinrichs Grundgedanken, dabei "habe" Mensch so vieles von Bedeutung: eine Familie, Eigenschaften - und Dinge getan. Gerade unser alltäglicher Gebrauch des Habens im Perfekt werde von Weinrich betont. Dem Rezensenten hat es gefallen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2012

Hymnisch bespricht Rezensent Alexander Cammann Harald Weinrichs neues Buch "Über das Haben", in dem sich der Romanist und Sprachwissenschaftler einmal mehr auf eine anthropologische Entdeckungsreise mit den Mitteln der Linguistik begibt. Der Kritiker liest hier keine umfangreiche Theorie des Habens, sondern vielmehr einen leichthändig geschriebenen Katalog voller prächtiger Anekdoten aus der Literatur- und Geistesgeschichte. Angefangen bei Aristoteles, der, so Cammann, in seiner Kategorienlehre das Haben etablierte, spüre Weinrich zahlreichen "Haben-Spuren" nach: Ob bei Jean-Paul Sartre oder Erich Fromm, bei Adolf Hitler, der sich als "Vertreter der Habenichtse" bezeichnete oder im Märchen von Sterntaler entdecke der Autor immer wieder Ansichten über das Haben. Neben interessanten Einblicken in Weinrichs Biografie lernt der Rezensent anhand vieler Beispiele auch genauer auf den sprachlichen Gehalt und die Bedeutungsverschiebungen im Laufe der Zeit zu achten. Und so kann der eingenommene Rezensent dieses gelehrte Buch nur empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2012

Jürgen Kaube schreibt dem Linguisten Harald Weinrich zum 85. Geburtstag eine Eloge in die Zeitung. Anlass ist auch Weinrichs Buch "Über das Haben", das Kaube natürlich als linguistisches, aber auch als philosophisches, anthropologisches, kunst- und literaturhistorisches, lieber bruchstück- denn zwanghaftes Interpretationswerk betrachtet, mit stilistischen und motivischen Anleihen in der französischen Moralistik. Kaube gefällts. Ob Weinrich nun Emily Dickinson bezwingend seziert oder "Haben"-Einträge im Duden, den Apostel Paulus (Haben als hätte man nicht) oder DDR-Sprech, stets erkennt der Rezensent ein Fortschreiben am großen Weinrich Text und staunt wieder einmal, was alles drinsteckt im Deutschen beziehungsweise was es alles in sich hat.
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