Im Unterschied zum Hauptziel der etymologischen Wörterbücher intendiert dieses neuartige Wörterbuch nicht, die Verwandtschaft von Wörtern innerhalb einer Wortfamilie schlechthin nachzuweisen, sondern vielmehr die auf eine gemeinsame lexikalische Vorlage zurückführbaren oder als gleiche Wortstrukturen identifizierbaren so genannten etymologischen Dubletten zu ermitteln. Unter diesem Begriff werden Wortpaare und -reihen gefasst, die in erster Linie durch Auseinanderentwicklung und Verselbständigung (von Formen) eines existierenden, ausgestorbenen oder erschlossenen Erb- oder Lehnwortes entstanden (etwa wägen - wiegen, Triumph - Trumpf, Trinität - Trinidad) oder aus etymologisch identischen Elementen komponiert sind (etwa betragen - beitragen).
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2004
Rezensent Herrmann Unterstöger hat viel gelernt aus diesem Lexikon etymologischer Dubletten. Etymologische Dubletten sind Wortpaare, die "meist unbemerkt" gemeinsame etymologische Herkunft teilen, zum Beispiel, wie Unterstöger mit sichtlichem Vergnügen verrät, die Worte "Gott" und "potz" (wie in "Potz Blitz!"). Verwandt sind diese Worte über die "frühneuhochdeutschen Formen gotes, pocks und botz". Auch deutlichere Verwandschaft wie die zwischen "Landmann" und "Landsmann" oder "Bett" und "Beet" finden hier ihre Erklärung, die der Rezensent bereitwillig referiert. Die mitunter verblüffenden Etymologien nutzt Unterstöger auch gern als Gelegenheit für mancherlei Kalauer. An der fachlichen Seite des Buchs hatte er anscheinend weniger Freude. Zwar äußert er Verständnis, wenn die Einleitung, die nun einmal "Ordnung" in das "wuchernde Unterholz der Sprache" zu bringen hat, etwas "spröde" ausfällt. Aber die Sprödigkeit hätte sich Unterstöger "zugunsten besserer Lesbarkeit" doch lieber etwas "gedrosselt" gewünscht. So dürfte das Buch - seiner Ansicht nach - der "Fachwelt" vorbehalten bleiben. Dennoch äußert Unterstöger Respekt vor der Leistung dieses Lexikons, in dem "zusammengeführt wurde, was zusammengehört".
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