In seinem einzigen Roman erzählt Hans Sahl die Geschichte eines Schriftstellers, der zur Flucht aus Nazi-Deutschland gezwungen wird, kreuz und quer durch Europa gehetzt wird und bei seiner glücklichen Ankunft in New York das eigenartige Gefühl nicht abschütteln kann: Das Exil werde ich nie mehr hinter mir lassen... Es ist die abenteuerliche Geschichte eines Berliners Dichters, der, weil er die falschen Bücher las und schrieb, vor allem aber, weil er ein Jude war, durch halb Europa gejagt wurde, bis er sich schließlich in Amerika in Sicherheit bringen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2010
Wolfgang Schneider überschlägt sich angesichts dieses Romans von Hans Sahl. Er nennt es ein Hauptwerk der Emigration, Panorama des Umbruchs von 1933, große Prosa. Dass der Autor eigentlich Feuilletonist gewesen ist, wie Schneider informiert, merkt er dem Buch insofern an, als der Rhythmus und die Pointen sitzen und die Epoche sich in jedem Detail zum Fazit rundet. Dabei entgeht Schneider nicht, wie Sahl hier seine eigene Geschichte erzählt, von Verfolgung und Flucht und Exil und von den Erinnerungen an das verlorene, bald von Schrecken geprägte Leben im Berlin der Weimarer Zeit. Was das Buch insbesondere leistet, sagt Schneider auch: Es kann historische Atmosphäre transportieren, so weit das eben geht. Doch dahinter steht sogleich das analytische Vermögen des Autors, wenn er die Figuren den Wandel im Umgangston, in den Gesichtern konstatieren lässt. Für Schneider leisten die Episoden und Figurenporträts so politische Deutungsarbeit. Erst danach kommt die Handlung.
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