Von Anfang an ganz modern als Aktiengesellschaft organisiert, zählt die Linde AG zu den ersten Unternehmen, die sich konsequent international orientiert haben und weltweite Marktführerschaft erreichten. Typisch für das Unternehmen ist bis heute seine Nähe zu Wissenschaft und Forschung. Hans-Liudger Dienel beschreibt die Wechselbeziehungen von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft innerhalb unterschiedlicher politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen. Die Sicherung und der Wiederaufbau internationaler Beziehungen in und nach den beiden Weltkriegen und die Verstrickung des Unternehmens in die nationalsozialistische Politik werden dabei ebenso geschildert wie der innere Umbau des Unternehmens in den planungseuphorischen 1970er Jahren. In dieser Zeit trat die Familie von der Leitung des Unternehmens zurück und ein betriebswirtschaftlich ausgerichtetes Management strukturierte den Konzern neu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2004
Die Linde AG wird seit einiger Zeit aufmerksamer betrachtet, nämlich seit der ehemalige BMW-Vorstandschef Helmut Reitzle das Traditionsunternehmen auf "Renditekurs" gebracht hat. Dazu gehört, zum Beispiel, dass er die Sparte "Kältetechnik", mit der das Unternehmen einst seine Geschäfte begann, im März diesen Jahres verkauft hat. Das Buch von Hans-Luidger Dienel erzählt die Unternehmensgeschichte. Lobend erwähnt der Rezensent Michael Roth, dass das üblicherweise bedenklichste Kapitel dieses Genres, die Zeit des Dritten Reichs, hier überzeugend abgehandelt wird. Zufrieden ist Roth auch mit dem größeren Rahmen der Darstellung. Schwächen aber habe das Buch im Technischen (was genau ist ein " doppelt wirkender Ammoniakverdichter mit Stopfbüchse", fragt er), im Sprachlichen und in der Struktur- dennoch zählt Roth das Werk zu den "gelungeneren" Beispielen von Unternehmensgeschichtsschreibung.
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