Klappentext
Vom Musterknaben zum Patienten? Die deutsche Wirtschaft seit der Wiedervereinigung Die Bundesrepublik befindet sich mitten in einer "Zeitenwende" und steht vor tiefgreifenden Umbrüchen. In Politik und Medien kursieren viele irreführende Interpretationen der jüngeren Wirtschafts- und Sozialgeschichte, aus denen Handlungsempfehlungen für die Zukunft abgeleitet werden. Die Feinde der Demokratie zeichnen düstere Bilder und fordern radikale Veränderungen. Umso wichtiger ist es, eine nüchterne Bilanz der sozioökonomischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vorzunehmen. Das neue Buch des Wirtschaftshistorikers Hartmut Berghoff bietet eine Bilanz der Leistungen und Probleme der frühen Berliner Republik. Es benennt ihre Stärken, aber auch gravierende Fehlentwicklungen. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Erfolge die alten Strukturen verfestigten und notwendige Neuaufbrüche verhinderten. Die Bundesrepublik wurde zu einem Land der Widersprüche. "Trügerischer Wohlstand" ist die erste wirtschaftshistorische Analyse der Geschichte der Berliner Republik von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 11.05.2026
In seinem neuen Buch widmet sich der Historiker Hartmut Berghoff der durchaus turbulenten deutschen Wirtschaft seit 1990 auf eine ausgewogene und gut strukturierte Weise, wie Rezensent Winfried Dolderer findet. Er benennt die Zeit seit dem Ende der DDR bis zum Beginn von Corona als "frühe Berliner Republik", in der sich viele bis heute wichtige Entwicklungen von Digitalisierung bis Internationalisierung vollzogen haben, lesen wir. Die klassischen Unternehmensstrukturen seien aufgebrochen worden, es sei zunehmend um die "Steigerung des Börsenwertes" gegangen. Völlig demontiert wurde das deutsche Unternehmertum aber nicht, versichert Berghoff, auch die Industrie blieb stark, nur die Reallöhne stiegen weniger stark als das Bruttoinlandsprodukt, so Dolderer. Klar benennt der Autor auch die Verfehlungen der Politik, gerade unter Angela Merkel und zeigt auf, dass außerdem eine sinnvolle Agenda für die Zukunft fehlt. Eine lohnende Lektüre, schließt der Kritiker.
Buch in der Debatte
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