Klaus Weber

Deutsche Kaufleute im Atlantikhandel 1680-1830

Unternehmen und Familien in Hamburg, Cadiz und Bordeaux
Cover: Deutsche Kaufleute im Atlantikhandel 1680-1830
C. H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 9783406518607
Broschiert, 403 Seiten, 59,00 EUR

Klappentext

Dieses Buch rekonstruiert auf der Grundlage völlig neuer Quellen den globalen Zusammenhang der mitteleuropäischen Proto-Industrien mit dem kolonialen Atlantikhandel der westlichen Seemächte. Im Zentrum stehen dabei mehr als 460 Kaufleute, die diesen Ein- und Ausfuhrhandel über merkantilistische Hürden hinweg organisierten. Die große Mehrheit ihrer Familien stammte nicht - wie bisher in der Forschung beschrieben - aus den großen Hansestädten, sondern vielmehr aus Gewerbelandschaften im tiefen Hinterland. Klaus Weber legt die personellen Verflechtungen zwischen den Ausfuhrgewerben Westfalens, Böhmens, Südwestdeutschlands und der nördlichen Schweiz einerseits und den Märkten in Westeuropa und der Neuen Welt andererseits offen. Diese Verbindungen belegen, wie sehr die mitteleuropäischen Regionen schon im merkantilistischen Zeitalter in eine Weltwirtschaft eingebunden waren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2004

In Ermangelung eigener Kolonien hing der wirtschaftliche Erfolg deutscher Kaufleute im achtzehnten Jahrhundert, erklärt Andreas Eckert in seiner Besprechung dieses Bandes von Klaus Weber, in beträchtlichem Maße vom Außenhandel und guten kommerziellen Beziehungen mit den westlichen Nachbarn ab. In Bordeaux und Cadiz, den wichtigsten Häfen für den kolonialen Transatlantikhandel, existierten darum bedeutende deutsche Kaufmannskolonien. Klaus Weber habe in diesem Buch nun, lobt der Rezensent, "auf breiter Quellengrundlage" unter anderem nachgezeichnet, dass die dort ansässigen Kaufleute keineswegs - wie bislang angenommen - mehrheitlich aus Hamburg kamen, sondern aus protoindustriell geprägten Regionen des tiefen Hinterlandes. Da es zudem bisher an "substantiellen Studien" zur engen Wirtschaftsverflechtung von deutschen Ländern und Kolonialmächten gefehlt habe, lobt Eckert diese Studie gar als "bahnbrechend". Nur die theoretischen und konzeptuellen Ausführungen des Autors, etwa zur wiederentdeckten "Atlantic History", auf die Weber sich unter anderem beruft, wie man erfährt, blieben "ein wenig blass", bemängelt der Rezensent. Empirisch vermag der Band , lobt Eckert, aber "voll zu Überzeugen".
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