Zwar galt Böhmen schon lange vor ihm als das "Konservatorium Europas", dennoch war es Bedrich Smetana, der uns heute als der erste herausragende Vertreter einer spezifisch tschechischen Musik in den Sinn kommt. Tatsächlich war sein Werdegang als Komponist aufs Engste mit dem Aufblühen eines tschechischen Nationalbewusstseins verbunden, und viele seiner Werke genießen auch aus diesem Grund ungebrochene Popularität. In seinem bislang unveröffentlichten Buch beschreibt der große Journalist und Musikschriftsteller Hans-Klaus Jungheinrich Smetanas Herkunft und das brodelnde kulturelle und musikalische Umfeld im Prag jener Tage genauso wie er dessen herausragende Bedeutung als Komponist von Opern, Liedern und Kammermusik im Musikleben seiner Zeit würdigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2020
Rezensent Gerald Felber schwärmt in höchsten Tönen von diesem Buch des vor anderthalb Jahren verstorbenen FR-Musikkritikers Hans-Klaus Jungheinrich. Im eigentlichen Sinne keine Biografie - der Autor beleuchte nur einige wesentliche Stationen in Smetanas Künstlervita - schreibe Jungheinrich eher eine "Liebeserklärung" an die tschechische Musiklandschaft, vor allem mit Blick auf die Identitätssuche der Tschechen innerhalb des habsburgischen Vielvölkerstaates. Bedrich Smetana, der nie korrekt Tschechisch schreiben konnte und Liebesbriefe auch mit "Fritz" unterschrieb, zugleich aber als tschechischer Nationalkomponist gilt, nehme dabei eine zentrale Rolle ein, klärt Felber auf. Darüber hinaus bewundert er die Werkbeschreibungen des Autors, der Smetanas Stücke in wunderbare "Klangpromenaden" fasse, etwa wenn er diese als "qualstrig" oder "schlurihaft" beschreibe.
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