Aus dem Amerikanischen von Susanne Hornfeck. Sie haben es geschafft. Haben ein Dach über dem Kopf und Arbeit. Die Mühen der Einwanderung liegen hinter ihnen. Aber ist auch das Herz in der neuen Heimat gelandet? In seinen Geschichten erzählt Ha Jin von den Schwierigkeiten, in einer fremden Kultur wirklich anzukommen. Ein junger Komponist erkennt, dass der kleine Papagei seiner Freundin sein einziger treuer Gefährte ist; zwei Kinder ändern ihre Namen, damit sie amerikanischer klingen, womit sie ihre Großmutter tief verletzen; ein Englischprofessor, der nicht nach China zurückkehren will, versteckt sich bei einem ehemaligen Studenten vor den Behörden. Innerlich zerrissen ringen Ha Jins Figuren mit dem unbedingten Willen, in der Fremde heimisch zu werden und dennoch ihrer Herkunft verbunden zu bleiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2017
Thomas Thiel macht uns keine Illusionen über Ha Jins Erzählungen. Sprachlich sind sie reizlos, erklärt er, eher angelegt als soziologische Milieustudien und auf Pointe geschriebene Lehrbuchgeschichten. Was Auswanderer in der Neuen Welt erleben, wie sie sich einrichten in sozial prekären Verhältnissen, als Chauffeure, Burger-Brater oder Heiratsschwindler, vermag Jin dem Rezensenten indes durchaus zu erzählen. Die eigenen Erfahrungen des Autors als aus China stammender Bostoner Literaturprofessor fließen in die Geschichten über den harten Realismus der Einbürgerung mit ein, erkennt Thiel.
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