Gustave Flaubert

Drei Erzählungen

Ein schlichtes Gemüt. Die Legende von Sankt Julian. Herodias
Cover: Drei Erzählungen
Haffmans Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783251203109
Gebunden, 144 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Claus Sprick und Cornelia Hasting. Mit den "Drei Erzählungen", die erstmals 1877 erschienen, zeigt Flaubert "in bewundernswerter Schärfe die drei Seiten seiner Begabung. Man könnte glauben, dass er damit einen vollständigen und vollkommenen Auszug aus seinem Gesamtwerk habe geben wollen." (Guy de Maupassant)

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2001

Albert Gier ist von dieser Neuübersetzung von Flauberts drei Erzählungen recht angetan. Zwar seien die Texte schon mehrmals ins Deutsche übersetzt worden, doch hätten die Übertragungen viele Mängel gehabt und deshalb sei "zu Recht" eine weitere Version erstellt worden, meint der Rezensent. Allerdings findet er, dass auch diese Ausgabe ihre Schwächen hat; er hat so manchen "Gallizismus" und einige "hölzerne Wendungen" gefunden. Außerdem ist ihm der Anmerkungsteil all zu karg ausgefallen, denn wer beispielsweise die Amalekiter waren, so Gier, ist sicherlich nicht jedem präsent. Dennoch findet er den Band alles in allem gelungen und lobt ihn als ein "Vergnügen".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2001

Dreimal Flaubert hat sich unser Flaubert-Spezialist Willi Winkler ("Alles habe ich gelesen, was zu haben war über Flaubert") zugemutet: den Roman "Salambo", Die "Erziehung der Gefühle" und einen Band "Drei Erzählungen", allesamt erschienen im Haffmans-Verlag.
1) "Salambo"
Erstmal stellt der Rezensent uns den Mann vor, seinen Flaubert: "der grausamste Schriftsteller, der je auf seine Leser losgelassen wurde". Fein. Sodann zum "Schlachtwerk Salambo" und feste exklamiert: "Welche Pracht! Welcher Wahn! Und dann das Schlachten! ... Gustave, le grand Terminator, aaahhh!" So geht das weiter, bis Winkler ihm (Flaubert) schließlich am Gewerbe flickt: "Wie kann man", fragt er (Winkler), "als erwachsener Mensch einen solchen Krampf zusammenschreiben ... sich in so großem Stil verkennen!" Die Antwort gibt er selbst: Haschisch.
2) "Erziehung der Gefühle" und 3) "Drei Erzählungen"
Haschisch wird es auch gewesen sein, was den großen Flaubert seinen Frédéric Moreau "peinigen lässt und verzweifeln lässt und auf Reisen schickt und noch mehr verzweifeln lässt" - wie Winkler uns die "Erziehung der Gefühle" hier in aller Eile zusammenrafft -, was den Autor die "große Narretei von Bouvard und Pecuchet" zimmern ließ, "ein Hochgrab des Irrsinns", so Winkler, und schließlich auch jene "vermeerisch erhabene Geschichte `Ein einfaches Gemüt`". - Was wir von Winkler lernen? Dass Flaubert seine Freude gehabt haben muss am Untergang seiner Figuren, dass Winkler seine Freude haben wird an der vom Haffmans-Verlag geplanten Neuausgabe des Franzosen und, ja, dass "alles gelesen haben" nichts bedeuten muss.

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