Gundula Schulze Eldowy

Berlin in einer Hundenacht

Fotografien / Photographs 1977-1990. Deutsch -Englisch
Cover: Berlin in einer Hundenacht
Lehmstedt Verlag, Leipzig 2011
ISBN 9783942473156
Gebunden, 245 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Vierzehn Jahre lang, von 1977 bis 1990, durchstreifte Gundula Schulze Eldowy das alte Ostberlin, fixierte mit ihrer Kamera die Narben, die der Krieg in der Stadt und ihren Bewohnern hinterlassen hatte, und hielt in ihren Bildern die letzten Spuren des im Untergang begriffenen alten Berliner Milieus fest. Ihre Bild-Zyklen lassen niemanden gleichgültig. Sie begeistern oder sie verstören. Die Künstlerin bewegte sich in einem Milieu, dessen Existenzgern verleugnet wurde, und wandte den Blick nicht ab, wenn sie Armut, Elend, Verzweiflung und Einsamkeit begegnete. Doch ihre Tabubrüche waren nie Selbstzweck, sondern dienten der Annäherung an menschliche Tragödien.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2011

Liebende Wagnisse sind die hier versammelten Fotos der Fotografin Gundula Schulze Eldowy für den hier rezensierenden Schriftsteller Georg Klein. Von Blick und Gegenblick, von Zeitgeschichte und verlorener Menschenwürde erzählt der Bildband ihm, ohne dass Klein dem Ganzen das Etikett "dokumentarisch" anheften würde, weil das nur das Sozialgeschichtliche daran bezeichnete, nicht das Existentielle. Genau das aber ist es, was Klein mitunter über die Maßen erschreckt also beeindruckt, wenn er die Alten und Gezeichneten, die Erniedrigten und Beleidigten der östlichen Berliner Mitte, wie die Fotografin sie festgehalten hat zwischen 1979 und 1989, betrachtet.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2011

Staunend hat Joachim Güntner diesen Band der Fotografien Gundula Schulze Eldowy in den Händen gehalten, der frühe Ost-Berliner Arbeiten der Künstlerin aus den siebziger und achtziger Jahren versammelt. Wie fern die DDR schon ist! Ganz anders als heute, meint der Rezsente, könne man bei diesen Menschen noch die "Spuren vom Daseinskampf" ausmachen, in ihren Gesichtern, auf ihrer Haut, in ihrer Haltung. Und auch das sieht Güntner in den Bildern, auch wenn sie seiner Ansicht nach eher Kunst- als Reportagefotografie sind: Versehrtheit, Mühsal und Kummer, das Rückständige und Spießige der DDR.