Laute und schrille Punks, Hippies und küssende Pärchen in einem Meer voller Trabbis, kämpferische Fahnen und Demonstrant*innen vor dem Palast der Republik, Schattengeschöpfe und Betrunkene in ihrer Stammkneipe und auf Volksfesten oder geduldig Wartende an Haltestellen - Harald Hauswalds Blick ist unverfälscht und einfühlsam. Seine Bilder sind voller Sympathie für das fotografierte Objekt und die Menschen vor seiner Kamera. Sie behalten stets ihre Würde und stehen im Gegensatz zu den sie umgebenden Zerfall und Irrsinn. Es sind Bilder von der Eintönigkeit, aber auch von der Langsamkeit des Lebens in der DDR, Zeugnisse einer abgeschotteten und eingeschlossenen Welt kurz vor ihrem Untergang. Entgegen dem vorherrschenden Bild des Westens über den Osten Deutschlands - dominiert von SED und FDJ, Mauer und Stacheldraht, Aufmärschen und Militärparaden - liefert Harald Hauswald eindringliche und einmalige Momentaufnahmen und Zeugnisse des sozialistischen Alltags, insbesondere der Entwicklung des Ostberliner Stadtraums und des Wirkens oppositioneller Gruppen, von Künstler*innen sowie verschiedenen Jugendkulturen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.09.2020
"Ein prächtiger Bildband", ruft Rezensentin Eva Hepper beim Betrachten der hier versammelten etwa 250 Bilder des ostdeutschen Fotografen Harald Hauswald. Fasziniert taucht die Kritikerin in eine "untergegangene Welt", blättert durch die zwischen Ende 1970 und Mitte 1990 entstandenen Aufnahmen von Menschen in Parks, bei offiziellen Kundgebungen oder Volksfesten, entdeckt immer wieder Bilder von Punks, Hooligans oder Armen und bewundert die Kunst und die Liebe, mit denen der Fotograf seine Sujets einfängt. Den informativen Begleittext von Ausstellungskurator Felix Hoffmann, der unter anderem über Hauswalds intensive Beobachtung durch die Stasi aufklärt, liest die Rezensentin ebenso gebannt wie die umfassende Biografie, die den Band abschließt.
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