Als "Verbotspartei" werden die Grünen von der Union gerne betitelt. Unfähig zu längst überfälligen Reformen seien CDU und CSU, schallt es umgehend zurück. Sind diese Schlagabtausche nur eingeübte Reflexe, während sich eine modernisierte Union und pragmatisch gewordene Grüne einander eigentlich längst angenähert haben und die Weichen für eine Koalition auf Bundesebene schon gestellt sind?Wie weit Schwarz und Grün in zentralen Fragen auseinanderliegen, darüber haben zwei ihrer prominentesten Vertreter*innen, Günther Beckstein und Renate Künast, leidenschaftlich debattiert. Ihre Themen: Gleichstellung und Familie, Migration und Zivilgesellschaft, Umwelt und Klima, Landwirtschaft und Ernährung - genau jene, die die Bundesrepublik der 2020er-Jahre prägen werden. Sie finden Gemeinsamkeiten, betonen Gegensätze und suchen Kompromisse.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.05.2021
Mit großem Interesse hat Rezensent Robert Probst zwei Bücher zum derzeitigen Erstarken der Grünen gelesen. Er zeigt sich außerordentlich angetan von dem hier vorgelegten, moderierten Gespräch, das er jedem Talkshow-Gerede vorzieht. Hier werde "stets ernsthaft und tiefenschärfer" diskutiert als dort und zudem detailliert dargestellt, um welche Probleme es geht, wenn CDU und Grüne zusammengedacht werden. Beide Politiker, so betont er, gehörten zur alten Garde, sie würden nicht mitverhandeln, falls es nach den Wahlen zwischen Grün und Schwarz etwas zu verhandeln gebe. Aber sie kennten sich wirklich aus, so der zufriedene Kritiker. Seiner Meinung nach werden hier alle fündig, die nach "Prüfsteinen" suchten, welche Argumente sie mehr überzeugten.
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