Homosexuelle gehörten zu einer der Hauptfeindgruppen des NS-Regimes. Über ihr Schicksal ist noch immer wenig bekannt. Das Lexikon des durch einschlägige Publikationen bekannten Medizinhistorikers dokumentiert in rund 250 akribisch erstellten Beiträgen den aktuellen Forschungsstand. Die Stichworte geben ausführlich Auskunft über Gesetze, Geheimbefehle und Sonderaktionen, über Verurteiltenzahlen sowie über die für die Repressionspolitik verantwortlichen Institutionen und Personen. Neben begriffsgeschichtlichen Stichworten (Gesundes Volksempfinden, Homosexuellenfrage, Homocaust, Schwule Nazis) stehen ereignisbezogene Lemmata (Aktion Rosa-Listen, Röhm-Putsch, Fritsch- Blomberg-Krise, Klosterprozesse) sowie faktenorientierte Beiträge zum Vorgehen in der SS und Polizei, in Wehrmacht und Hitlerjugend, den besetzten Gebieten und in den Konzentrationslagern. Einige Artikel bieten Hintergrundinformationen zu komplexen Inhalten (Bevölkerungspolitik, Frauenpolitik, Kriminalbiologie, Kastration). Für Historiker und Allgemeininteressierte bietet das Lexikon eine Fülle von Fakten zum kollektiven Verfolgungsschicksal dieser Opfergruppe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.03.2011
Mit viel Lob bedenkt Rezensent Elmar Kraushaar dieses "Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933-1945", das der Medizinhistoriker Günter Grau vorgelegt hat. Das Thema scheint ihm bis heute von der Forschung recht stiefmütterlich behandelt. Umso mehr schätzt er die Arbeit des Autors, der sich die Aufarbeitung der Homosexuellenverfolgung während des Nationalsozialismus zur Lebensaufgabe gemacht hat. Er würdigt Graus Dokumentensammlung "Homosexualität in der NS-Zeit" von 1993 als "Standardwerk". Auch vorliegendes Lexikon wird nach seiner Einschätzung bald als solches gelten. Kraushaar zeigt sich beeindruckt von der Vielzahl von Daten, Informationen, Dokumenten und Verweisen, die dieses Lexikon bereithält. Es liefert für ihn einen sehr profunden und detailreichen Einblick in das Thema der Schwulenverfolgung durch die Nationalsozialisten und scheint ihm für die weitere Forschung "unentbehrlich".
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