Ein Roman über Willkür und Gewalt im Jugendwerkhof in der DDR. Sorgfältig recherchiert von der Autorin, die selbst in der Bürgerrechtsbewegung engagiert war. Mit Glossar und Wende-Chronik im Anhang. DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag aus der DDR und wird von der Stasi verhaftet. Die 14-jährige kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber nur für kurze Zeit. Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, in eine geschlossene Einrichtung. Dort lernt sie Tom kennen, der wie sie nicht aufgeben will.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.10.2009
Rezensentin Susanne Schädlich hat Grit Poppes Geschichte der 14-jährigen Anja, die in das berüchtigte DDR-Jugendgefängnis Torgau eingesperrt wird, mit großer Anteilnahme gelesen und begrüßt es nachdrücklich, dass dieser wenig bekannte Teil der DDR-Geschichte ins Gedächtnis gerückt wird. Ohne Sentimentalität und in nüchternem Ton schildere die Autorin, die selbst in der DDR aufgewachsen ist, die sadistische Gefängniswelt und die Verzweiflung der Inhaftierten. Und wenn sich Schädlich auch manchmal ein klein bisschen weniger "Larmoyanz" auf Seiten der Heldin gewünscht hätte, so lobt sie den Jugendroman insgesamt dennoch als wichtig und berührend.
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