Gilles Leroy

Alabama Song

Roman
Cover: Alabama Song
Kein und Aber Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783036955223
Gebunden, 236 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Xenia Osthelder. Zelda und F. Scott Fitzgerald waren das Glamourpaar der 20er Jahre. In Alabama Song lässt der Goncourtpreisträger Gilles Leroy Zelda selbst die Geschichte ihrer großen, zerstörerischen Liebe erzählen. Montgomery, Alabama, im Juni 1918: Inmitten der Scharen von lärmenden Soldaten verliebt sich die selbstbewusste Zelda, Tochter des Richters Anthony Sayre, in einen gutaussehenden Leutnant aus dem Norden: F. Scott Fitzgerald. Dieser kennt nur ein Ziel: Er will der berühmteste Schriftsteller Amerikas werden. Kein Jahr später sind die beiden verheiratet und beginnen ein rastloses, exzessives Leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2008

Thomas Scholz ist äußerst begeistert von dem mit dem Goncourt-Preis ausgezeichneten Roman "Alabama Song" von Gilles Leroy, der die ambivalente Liebesgeschichte von Zelda und F. Scott Fitzgerald aus der Perspektive der Ehefrau eindringlich erzählt. Leroys Sprache besticht durch eine "anmutige Offenheit", so Scholz, der die leidvolle Ehegeschichte zwischen dem Erfolgsautor und der Südstaatenschönheit beschreibt, die von Hass, emotionaler Abhängigkeit, kreativer Konkurrenz, Drogenkonsum und zuletzt der psychiatrischen Behandlung Zeldas gezeichnet ist. Leroy gelingt ein differenziertes Porträt der vielschichtigen Persönlichkeit Zeldas, so Scholz. Im Moment der größten Qual tröste Leroy mit zwei Kapiteln, die er dem Roman anfügt, so Scholz, und innerhalb derer er seine eigene emotionale Beteiligung während der Recherche darlegt, aber auch den Leser aus dem dennoch "faszinierenden Mahlstrom" reißt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.08.2008

Volltreffer!, freut sich Joseph Hanimann. Was Gilles Leroy mit diesem "stilsicher" aus dem Französischen übersetzten Buch zur Artenvielfalt biografischer Romane beisteuert, gefällt ihm ausnehmend gut. Ein wichtiger Grund dafür ist für Hanimann die subtile Annäherung an die im Zentrum stehende Figur der exzentrischen Zelda Fitzgerald mittels ihrer geheimen Aufzeichnungen. Keine festzementierte Zentralthese, aber die Grundbehauptung der Figur als von ihrem Mann F. Scott Fitzgerald niedergehaltenes großes Künstler-Talent. Darüber hinaus imponiert dem Rezensenten des Autors Fähigkeit zur Schilderung von Situationen, die Widersprüchliches vereinen. Die Zeldas Dasein prägende Spannung aus Egoismus und Selbstaufgabe, Verlangen und Aversion, Lebenshunger und Zerstörungswut, findet Hanimann, wird so deutlich. Machen solche Schilderungen das Buch auch zum fiktiven Liebesroman, wie Hanimann erklärt, so stößt er im Anhang doch noch auf das biografische Material, dessen sich der Autor bedient hat. Bleibt Hanimann noch, uns die Grenzen von Leroys Unterfangen aufzuzeigen. Er erkennt sie im Hypothetischen der Figur der Zelda, in der Konstruiertheit der Geschichte. Für Hanimann allerdings sind das eher die Symptome eines "Übermaßes an Virtuosität".
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