März 1926 in Juan-les-Pins, Südfrankreich: F. Scott Fitzgerald steht auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Im Vorjahr ist sein Roman "Der große Gatsby" erschienen, nun läuft das Stück mit großem Erfolg am Broadway, auch eine Filmanfrage aus Hollywood steht in Aussicht. Unweit seiner Sommerresidenz haben seine Freunde, Sara und Gerald Murphy, eine kleine künstlerische Festung auf dem Cap d'Antibes geschaffen: die Villa America. Die Murphys sind in dieser Lebensphase Fitzgeralds engste Freunde - einige Jahre älter und fast so etwas wie "Ersatzeltern" - und von ihm begeistert. Doch in diesem Jahr soll Scott nicht ihre ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen: Die Murphys haben Ernest Hemingway kennengelernt und sind von ihm und vor allem von seiner Literatur beeindruckt. Für den aufmerksamkeitshungrigen Scott ist das ein Problem, das er durch besonders extravagantes Verhalten zu lösen versucht. Am Ende des Sommers hat F. Scott Fitzgerald kein Geld und kein Manuskript - dafür eine Menge Probleme. Es kriselt in seiner Ehe, die Gesundheit seiner Frau hat sich verschlechtert und seine Freunde haben sich von ihm distanziert.
Zusammen mit Stewart O'Nans Künstlerroman "Westlich des Sunset" bildet Emily Waltons biografischer Essay einen reizvollen Erzählbogen, findet Richard Kämmerlings. Beide Bücher würden sich gut ergänzen und zum Nachdenken über das Scheitern anregen, nicht nur über das von F. Scott Fitzgerald. Im Zentrum von Waltons Buch steht der Sommer des Schlüsseljahres 1926, so Kämmerlings, der Höhepunkt des Lebens und Schaffens von Fitzgerald. Der Rezensent erfreut sich am bunten Detailreichtum, mit dem die Autorin in den an der Côte d'Azur versammelten Zirkel von Künstlern um Picasso und Hemingway eintaucht. Auf diese Weise gerate der Essay geradezu "leichthändig", lobt Kämmerlings - auch wenn die alkoholgetränkte Sommerfrische am Mittelmeer den Schriftsteller Fitzgerald nachhaltig ruiniert habe.
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