Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Giles Milton erzählt die ergreifende Geschichte des Briten Thomas Pellow, der im Sommer 1716 im Alter von nur elf Jahren in die Fänge von Sklavenhändlern gerät und erst nach 23 leidvollen Jahren wieder frei kommt. Eine wahre Begebenheit, wie man sie spannender und dramatischer kaum hätte erfinden können! "Weißes Gold" ist Biografie, Abenteuergeschichte und historisches Lesebuch in einem. Es ist eine Geschichte voller Exotik, Pomp und Pracht, aber auch eine Geschichte vom Zusammentreffen des Islams mit dem Christentum, von Not und Unrecht, und vor allem der ungebrochenen Sehnsucht nach Freiheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2010
Giles Milton hat seine Geschichte über den Briten John Pellow, der als 12-Jähriger an den marokkanischen Sultan Mulai Ismael verkauft wurde, wo er 23 Jahre lang lebte, als "reißerische Abenteuergeschichte" verpackt, meint Andreas Eckert, der das eher ärgerlich findet. In Miltons Buch ist die Figur des Sultans überdies wesentlich plastischer dargestellt, allerdings findet der Afrikanist Eckert keinerlei Belege für die These des Autors, der Sultan habe mit der Versklavung möglichst vieler Weißer "jede Nation in Europa" gegen den Islam aufgebracht. Überhaupt bemängelt er, dass Milton die "durchaus vorhandene" Fachliteratur vernachlässigt und es verabsäumt, das Schicksal Pellows in einen größeren historischen Kontext zu stellen. Zudem entwickele Milton keinerlei "Gespür" für die "Ambivalenzen" seines Themas und gehe einer tieferen Auseinandersetzung mit dem "Phänomen der europäischen Sklaven der frühen Neuzeit" aus dem Weg, beschwert sich Eckert.
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