Einige Jahre nach 1953 und noch lange vor 1968 gab es in der DDR einen Aufstand der Intellektuellen. Dieser wurde im Osten zerschlagen und im Westen verschwiegen, weil er sich zu den Frontlinien des Kalten Krieges querstellte. Ging es Ernst Bloch und seinen Leipziger Studenten doch um einen richtigen Sozialismus im falschen. Gerhard und Ingrid Zwerenz berichten, wie Bloch aus dem Lehrstuhl gedrängt, seine Anhänger ins Zuchthaus geworfen oder zur Flucht genötigt wurden. Persönliche Eindrücke, politische Abläufe, polemische Auseinandersetzungen in typisch Zwerenzscher Angriffslust erzählen davon, was im vergangenen Jahrhundert mit Deutschland geschehen oder auch unterblieben ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2005
Jörg Drews ist dafür, sich die amüsanten Rosinen aus diesem Buch zu picken, was nicht eben ein Lob ist. Zu viel - politische Apologie, Geschichtsschreibung, Liebeserklärung - wollen Ingrid und Gerhard Zwerenz, urteilt er, und am Ende wissen sie also gar nicht so recht, was sie eigentlich wollen - außer eben zusammentragen, was sie, die mit Bloch eng befreundet waren, über diesen so in petto haben. Alles wird, so Drews weiter, "wild ineinandergestrickt", und so ist ein "wild hin und her fahrendes, fuchtelndes, schwärmendes, nichts zu Ende denkendes Buch" entstanden. Er findet zudem die haltlose Bewunderung für Bloch übertrieben, ebenso die Stilisierung zum ewig verkannten und gefürchteten politischen Analytiker.
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