Gerhard Werle

Völkerstrafrecht

Cover: Völkerstrafrecht
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2003
ISBN 9783161480874
Gebunden, 553 Seiten, 89,00 EUR

Klappentext

Unter Mitarbeit von Florian Jeßberger, Wulf Burchards, Barbara Lüders u. a.. Der Autor befasst sich mit Verbrechen gegen das Völkerrecht wie Angriffskrieg, Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Seine Untersuchung bietet die erste Gesamtdarstellung des Völkerstrafrechts in deutscher Sprache. Als Schlüssel zum Verständnis der Tätigkeit der internationalen Strafgerichtshöfe und des deutschen Völkerstrafgesetzbuches ist das Werk für Wissenschaft und Praxis ebenso unentbehrlich wir für die juristische Ausbildung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.02.2004

Thomas Kreuder ist von dieser ersten systematischen Darstellung des Völkerstrafrechts - zumindest "aus deutscher Feder" - sehr beeindruckt. Er lobt diese Studie als juristisch genau, umfassend und trotz der komplexen Materie verständlich geschrieben. Wie wir vom Rezensenten erfahren, behandelt das Buch zunächst die allgemeinen Aspekte der Strafbarkeit, um dann einzelne Tatbestände zu erläutern, bei denen sich das Autorenteam um Gerhard Werle auf das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs wie auf die Tribunale zu Ruanda und Jugoslawien stützt. Im historischen Abriss wird dargelegt, wie sich einzelne Bestimmungen entwickelt haben. So geht die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten etwa auf biblische Zeiten zurück, berichtet Kreuder, die Ächtung des Krieges dagegen datiert erst auf das Ende des Ersten Weltkriegs. Kritik übt der Rezensent am hohen Preis, immerhin 89 Euro, hofft aber, dass er der Verbreitung des Buches nicht im Wege steht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.01.2004

Als "grundlegendes Werk", "konkurrenzlose Pionierleistung" und "selten geglückte Synthese von juristischer Zeitgeschichte und systematischer Strafrechtswissenschaft, Lehrbuch und Handbuch" preist Rezensent Peter Reichel diese Studie über das Völkerstrafrecht von Gerhard Werle. Er hebt hervor, dass der Berliner Strafrechtslehrer nicht nur die gewohnheits- und vertragsrechtlichen Grundlagen des Völkerstrafrechts eingearbeitet hat, sondern auch die umfangreiche, kommentierende, internationale Literatur. Dadurch werde diese Monografie selbst zu einem Völkerstrafrechtskommentar. Beim Aufbau des Buchs lehnt sich Werle an die Systematik des innerstaatlichen Strafrechts an, berichtet Reichel: Nach den Grundlagen (Historische Entwicklung, Begriff und Legitimation, Quellen und Auslegung, Strafbefugnis, Strafpflicht, Strafverzicht und Strafdurchsetzung) behandelt Werle die äußere und innere Tatseite, Straffreistellungsgründe und Beteiligungsarten sowie die vier Kernverbrechen, Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Aggressionsverbrechen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2003

Großen Respekt zollt Gerd Roellecke dem Juristen Gerhard Werle für seine grundlegende Arbeit zum Völkerstrafrecht: "Eine Pionierleistung". Erfasst wird darin der Versuch der Völkergemeinschaft, die Souveränität der Staaten zugunsten des Schutzes der Menschenrechte einzuschränken, wie der Rezensent darlegt. Das Prinzip des Völkerstrafrechts erklärt uns Roellecke mit dem Satz "Hang hin, but give him a fair trial", eine wesentliche Verbesserung gegenüber der bisher bekannten Siegerjustiz, wie er meint. Zentrale Texte - wie das Römische Statut des neuen Internationalen Gerichtshofs - und nützliche Verzeichnisse runden für den Rezensenten diese Darstellung ab, die in allen Bereichen höchsten Ansprüchen genüge.
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