Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2003
Das Völkerstrafrecht, weiß Claus Roxin, ist eine noch junge und dennoch bereits unübersichtliche Disziplin, und deshalb begrüßt er Christina Möllers Buch, eine Einführung in ihre "kriminologischen, straftheoretischen und rechtspolitischen Aspekte", von ganzem Herzen. Möllers Schwerpunkt liege nicht bei den juristischen Grundlagen der Beurteilung von Straftaten; stattdessen betrachte sie zunächst die Geschichte der - zumeist ungesühnten - "Menschheitsverbrechen", um in einem zweiten Teil den Ursachen kollektiver Gewalt und dem Problem der "individuellen Zurechenbarkeit" nachzugehen und im abschließenden Drittel die Frage zu stellen, "welche Zwecke mit der gerichtlichen Ahndung völkerstrafrechtlicher Delikte verfolgt und erreicht werden können". Ihre Antwort: "die Schaffung universaler Wertvorstellungen". Roxin lobt die Argumentation, die "allgemein verständliche Sprache" sowie das ausführliche Literaturverzeichnis und empfiehlt Möllers Buch uneingeschränkt, am besten im Doppelpack mit Kai Ambos' bahnbrechender Studie "Der Allgemeine Teil des Völkerstrafrechts", das Grundlagen für eine allgemeine juristisch Beurteilung der Verantwortlichkeit lege.
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