Gerhard Roth

Jenseitsreise

Roman
Cover: Jenseitsreise
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783103971125
Gebunden, 416 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Als Gerhard Roth am 8. Februar 2022 starb, war sein neues Buch zu etwa zwei Dritteln fertig - in einer handschriftlichen Fassung in seinen Notizbüchern. Es ist eine Reise durchs Totenreich, die der Erzähler Franz Lindner als Verstorbener unternimmt. Die Reise führt durch Ägypten, ein Land, das Gerhard Roth immer wieder bereist hat. Dort, im Fegefeuer der Totenstadt Kairo, begegnet Franz Lindner einer Fülle von realen Figuren - vor allem Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten, die Gerhard Roth in seinem Leben wichtig waren. Sein Romanfragment ist eine große Hommage an diese Persönlichkeiten und zugleich ein letztes Nachdenken über den Menschen, seine Hoffnungen, seine Kreativität, seine Grenzen. Und ein Selbstporträt des Autors, der mit diesem Buch - in dem alles möglich ist - das Reich der Freiheit erreicht hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2024

Über Tote soll man keineswegs nur Gutes, sondern lieber die Wahrheit sagen, findet Rezensent Uwe Schütte und zieht deshalb ziemlich gnadenlos über Gerhard Roths letzten, posthum erschienenen Roman her. Über die Handlung erfahren wir aus der Rezension nicht viel, es geht jedenfalls um schwere metaphysische Fragen, außerdem tauchen viele Schriftsteller und Denker der Vergangenheit auf. Die allerdings, kritisiert Schütte, lediglich bessere Plattitüden von sich geben und sich dabei auch noch alle gleich anhören. Wenn dann auch noch die historischen Schrecken des Kommunismus mithilfe einer Karl-Marx-Figur verharmlost werden und Stalin "Urinscheiße" trinkt, hat der Rezensent, der über Roths Zyklus "Die Archive des Schweigens" einst seine Doktorarbeit verfasste, endgültig keine Lust mehr. Lieber noch einmal die älteren, sehr viel besseren Bücher des Autors lesen, so die abschließende Empfehlung.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.07.2024

Rezensentin Angela Gutzeit folgt Gerhard Roths Figur Franz Lindner in diesem Fragment gebliebenen Roman mit Faszination und Bewunderung. Noch einmal begegnen dem Leser hier Roths literarische Hausgötter von Kafka bis Poe, wenn Lindner aus dem Vorgängerbuch "Die Imker" nach einem Sprung in einen Steinbruch ins Purgatorium gelangt, erklärt uns Gutzeit. Vor dem Hintergrund der mythischen Landschaft Altägyptens und mit einem Jenseitsführer gelangt der Held zurück in seine Kindheit. Roths Porträts und Pointen scheinen Gutzeit von funkelndem Witz. Selbst als Fragment noch grandios, findet sie.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…