Reimer Gronemeyer

Sterben in Deutschland

Wie wir dem Tod wieder einen Platz in unserem Leben einräumen können
Cover: Sterben in Deutschland
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783100287120
Gebunden, 304 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Lange Zeit war der Tod ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens. Er hatte seinen Ort inmitten der Familie, inmitten unserer Gesellschaft. Noch heute wünschen sich 80 Prozent der Deutschen, zu Hause zu sterben, doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn tatsächlich sterben 80 Prozent in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder, noch immer viel zu selten, in einem Hospiz. Der Tod wird zunehmend institutionalisiert, medikalisiert und ökonomisiert - mit der Konsequenz, dass sich immer komplexere ethische Fragen stellen: Was bedeutet uns "Sterben in Würde"? Darf man das Leben künstlich verlängern? Oder andersherum: Darf man das Sterben beschleunigen? Reimer Gronemeyer versucht, mögliche Antworten auf diese komplexen Fragen zu geben. Indem er uns damit vertraut macht, was an den verschiedenen Orten des Sterbens passiert und welche Veränderungen heute das Sterben prägen, nimmt er dem Tod auch einen Teil des Schreckens, den er für jeden von uns hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2007

Rezensent Michael Pawlik begrüßt Reimer Gronemeyers Buch "Sterben in Deutschland" als fundierte Auseinandersetzung mit der zunehmenden Ökonomisierung des Sterbens. Zustimmend äußert er sich über die Einschätzung des Soziologen und Theologen, die Idee, einzig das selbstbestimmte Sterben sei würdevoll, füge sich in die Tendenz, das Leben nicht als Gabe, sondern als Planungsprojekt zu betrachten. Gronemeyers kritischer Blick auf die Autonomie- und Projektrhetorik und ihre Implikationen, die letztlich nur noch die "Würde, keine Kosten zu verursachen" gelten ließen, hat ihn insgesamt überzeugt. Allerdings hält er dem Autor vor, mit seiner Polemik gegenüber ökonomischen Fragen im Kontext des Sterbens gelegentlich über das Ziel hinaus zu schießen. Pawlik unterstreicht demgegenüber etwa die Legitimität der Frage, ob eine bestimmte medizinische Behandlung noch in einem akzeptablen Verhältnis zu den Kosten steht. Zudem moniert er beim Autor einen Mangel an Sinn für die Bedeutung von Institutionen. Diese Kritik schmälert die Bedeutung des Buchs in seinen Augen allerdings nur unwesentlich.
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