Seit nunmehr 150 Jahren gibt es im deutschsprachigen Raum katholische Verbindungen, die im deutschen und im österreichischen CV zusammengefasst sind. Sie waren wesentlich an der Herausbildung des katholischen Milieus und des Verbandskatholizismus im 19. Jahrhundert beteiligt und im damaligen akademischen Kulturkampf exponiert. Für den Politischen Katholizismus (Christlichsoziale in Österreich, Zentrumspartei in Deutschland) waren sie ein Elitereservoir; eine Funktion, die sie im Wesentlichen auch heute noch dür die christdemokratischen Parteien dieser Länder (ÖVP, CDU/CSU) ausüben. Dieses Buch gibt einen Einblick in die Wirkungsgeschichte des CV in Österreich sowie seine Vernetzungen in Politik, Kirche und in der studentischen Interessenvertretung, aber auch z.B. in den Widerstand des CV gegen den Nationalsozialismus oder die Auseinandersetzungen mit den "schlagenden" Verbindungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2006
Ausführlich legt Rainer F. Schmidt die wissenschaftlichen Fragestellungen (politisch, sozialhistorisch, bildungsgeschichtlich) zur Geschichte studentischer Korporationen dar, nur um uns mitzuteilen: Dieses Buch hat damit nichts am Hut! Schmidts Enttäuschung, statt einer objektiven Analyse eine Art Lexikon zur Geschichte und Bedeutung des österreichischen CV in Händen zu halten, ist unmissverständlich. Nicht ganz geheuer erscheint ihm die komplette Ausblendung der wissenschaftlichen Literatur zum Thema und die Beschränkung auf die "Binnensicht des Kartellverbandes". Die Detail- und Quellentreue des Bandes lässt Schmidt eher kalt. Kann der Autor Gerhard Hartmann noch so sehr auf die Bedeutung der CV-Mitglieder im politischen und gesellschaftlichen Österrreich abheben und "erschöpfend" die Geschichte des CV verhandeln, Schmidt ist das alles zu kleinkariert.
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