Gerhard Falkner, Yves Netzhammer

Ignatien

Elegien am Rande des Nervenzusammenbruchs
Cover: Ignatien
Verlag für moderne Kunst, Fürth 2014
ISBN 9783922895268
Gebunden, 128 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Zweisprachige Ausgabe Deutsch/Englisch. Das Buch erscheint in der Reihe "starfruit publications", die ausgewählten zeitgenössischen Autoren und Künstlern eine Publikationsplattform für ungewöhnliche Gemeinschaftsprojekte bietet. Die sorgfältig und liebevoll gestalteten Bände proben den Salto Mortale zwischen Gegenwartskunst und Literatur in immer neuen Erscheinungsformen. "Ignatien - Elegien am Rande des Nervenzusammenbruchs" ist ein Projekt von Gerhard Falkner und Yves Netzhammer.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.02.2015

Gerhard Falkners Gedichte in "Ignatien" zeugen von seiner Schule, berichtet Jörg Magenau, Rilke schimmert durch, Hölderlin klingt an, Benn und Celan sind auch nicht weit, wer sich je Sprache dichtend über die Sprache gebeugt hat, zählt zu Falkners Vorgängern. Ignatien bezieht sich auf die Ignazbohne (Ignatia amara), die in der Homöopathie unter anderem zur Heilung von Nervenerregungen, Griesgram und "zarter Gewissenhaftigkeit" eingesetzt wird, wie der Rezensent aus einem Text des Begründers der Homöopathie, Christian Friedrich Samuel Hahnemann, erfährt, der im Anhang zu finden ist. Wenigstens die sprachbedingte Nervenerregung merkt Magenau Falkner an, wenn dieser sich in einem Gedicht fragt: "Wer führte mich denn / aus der Unhintergehbarkeit / von Sprache / ins endlich Offene - Welches Tier soll ich denn anschreien?"

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2015

Das Subjekt des digitalen Zeitalters, den Menschen im dauernden Alarmzustand, zu erretten, hält Michael Braun für eine gute Sache. Zumal, wenn es wie bei Gerhard Falkner zugleich gegen die Auflösung des lyrischen Ichs geht. Die Form der Elegie, des Abgesangs auf die dissoziierte Spezies, scheint ihm dazu gut geeignet, ebenso die von Falkner vorgenommene Konfrontation traditioneller lyrischer "Basiswörter" mit den Zeichensystemen der Online-Dimension. Liedhaftes und Technisches kommen zusammen und bringen laut Rezensent Schwingungen der besonderen Art hervor. Auf das Versiegen des inneren Monologs scheinen Braun die Texte eine passable Antwort zu sein. Die im Band enthaltenen Bilder und Filmstills von Yves Netzhammer passen dazu, meint er.
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