Für dieses Buch saß der Autor Gerhard Besier eine Legislatur im Landtag von Sachsen. Er studierte das Hohe Haus von innen. Nun zieht er Bilanz. Sie fällt, wen überrascht es, natürlich kritisch aus. Die Ernüchterung, die sich bei dem Abgeordneten Besier einstellte, befällt auch den Leser bei der Lektüre seiner Beobachtungen. Man bekommt nicht nur eine Ahnung, warum es eine Politikerverdrossenheit im Lande gibt. Sondern erfährt deren Ursachen. Da wird intrigiert, gekungelt, gemauschelt und gemeuchelt ohne Ende. Mag sein, dass der promovierte Theologe, Historiker und Diplompsychologe Besier ein Idealist ist und darum vielleicht nicht frei von Illusionen war, als er in die Politik ging.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2015
Anlass zum Nachdenken erhält Frank Decker mit Gerhard Besiers Bericht aus dem Innern der Linken und der Parteiendemokratie im Allgemeinen. Was dem Autor in fünf Jahren als Mitglied bei der Linken zugestoßen und begegnet ist und was er davon in diesem Buch nüchtern, wie Decker erklärt, dem Leser mitteilt, erfüllt den Rezensenten mit Entsetzen. Die Ideenlosigkeit und Realitätsuntauglichkeit der Partei, ihre streng hierarchische Struktur, in der Loyalität mehr zählt als Kompetenz, ihr intriganter Stil - all das scheint dem Rezensenten nach der Lektüre nicht zuletzt ein Symptom zu sein für den dösenden Länderparlamentarismus. Dass der Autor sein Buch für den Rezensenten offenkundig zu eilig und ohne tiefreichende systematische und vergleichende Argumentation verfasst hat, findet Decker schade.
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