Hermann von Helmholtz

Philosophische und populärwissenschaftliche Schriften

Cover: Philosophische und populärwissenschaftliche Schriften
Felix Meiner Verlag, Hamburg 2017
ISBN 9783787328963
Gebunden, 1391 Seiten, 198,00 EUR

Klappentext

Aus dem vielfältigen Werk von Hermann von Helmholtz versammelt diese Ausgabe die im engeren Sinne philosophischen Abhandlungen, vor allem zur Wissenschaftsphilosophie und Erkenntnistheorie, sowie Vorträge und Reden, bei denen der Autor seine Ausnahmestellung im Wissenschaftsbetrieb nutzte, um die Wissenschaften und ihre Institutionen in der bestehenden Form zu repräsentieren und zu begründen. Ein Philosoph wollte Helmholtz nicht sein, aber er legte der philosophischen Reflexion wissenschaftlicher Erkenntnis und wissenschaftlichen Handelns große Bedeutung bei. Vor allem bezog er, in der Regel ausgehend von seinen fachwissenschaftlichen Forschungen, in den verschiedensten Kontexten zu erkenntnistheoretischen und methodologischen Problemen der Wissenschaften Stellung. Bereits "Ueber die Erhaltung der Kraft" (1847) lässt erkennen, wie verwoben naturwissenschaftliche Grundlagenforschung und philosophische Grundlagenreflexion in seinem Werk sind.
Die aus den frühen sinnesphysiologischen Forschungen hervorgegangene empiristische Wahrnehmungslehre trug ihm den Ruf ein, ein maßgeblicher Vertreter des Neukantianismus zu sein. Spätere Arbeiten v.a. zur Geometrie und Arithmetik - das zeigt die vorliegende Ausgabe - stellen jedoch eine radikale Absage an den konstitutiven Kern des Kantianismus (nämlich die Existenz synthetischer Urteile a priori) dar. Helmholtz' philosophische Beiträge sind bisher in ihrer Vollständigkeit nicht annähernd so gut zugänglich wie sein naturwissenschaftliches Werk. Die Ausgabe enthält außerdem bibliographische Vorberichte zur Einordnung, detaillierte Namens- und Sachregister sowie mit 575 Einträgen für den Zeitraum zwischen 1842 und 2012 die erste umfassende Bibliographie von Helmholtz verfasster Werke überhaupt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2017

Rezensent Henning Schmidgen scheint die Rückbesinnung auf Figuren wie Hermann von Helmholtz angebracht, um sich das kognitive wie soziale Potenzial wissenschaftlichen Arbeitens zu vergegenwärtigen. Dessen philosophische und populärwissenschaftliche Schriften in einer erweiterten Neuausgabe verdeutlichen dem Rezensenten das tastende, von Fehltritten begleitete Suchen und Finden von Gesetzen und Begriffen in der Wissenschaft und eröffnet ihm eine enorme Bandbreite an Gegenständen und Fragestellungen, von der physiologischen Optik bis zur Thermodynamik. Dass die Edition nicht historisch-kritisch ist und die Einleitung "gezwungen" wirkt, schmälert Schmidgens Freude nur geringfügig.

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