Aus dem Bulgarischen von Valeria Jäger, Uwe Kolbe und Alexander Sitzmann. Dieser erste deutsche Auswahlband versammelt ausgewählte Gedichte aus den bisher vorliegenden Lyrikbänden, vom Debütband "Lapidarium" (1992) bis zu seinem jüngsten Zyklus "Die Sonntage der Welt" (2007), ergänzt um bisher unveröffentlichte Texte. Die Leser des "Natürlichen Romans" werden einiges an Themen und Motiven wiedererkennen: da gibt es zahlreiche Fliegen, da gibt es das konfliktreiche Feld der ehelichen Treue, aber vor allem konzentriert sich das lyrische Universum von Georgi Gospodinov auf die Kreatürlichkeit unserer Existenz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2010
Um die kleinen Dinge und auch die großen geht es in der Lyrik des Bulgaren Georgi Gospodinow, erfährt man aus der Rezension seines Kollegen Nico Bleutge. Die großen Dinge: die Liebe, der Tod, beides tritt jedoch auf nicht ohne Leichtigkeit. Und die kleinen Dinge: zum Beispiel in einem Gedicht des Titels "Elf Definitionen", das "es" in seiner Wandelbarkeit. (Zitat: "fängst du es geht es fort / und zerschmilzt in Leer- / es"). Bleutge ist fraglos sehr angetan von diesen Gedichten, findet sie höchstens hier oder da mal eine Spur zu sehr "Männerfantasie". Gelungen scheint ihm die Übersetzung - dass die Ausgabe ganz und gar einsprachig gehalten ist, bedauert er aber doch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2010
Sabine Berking stellt den Lyrikband des bulgarischen Autors Georgi Gospodinov vor, den sie mit viel Vergnügen an absurd-witzigen, kalauernden und mitunter gar banalen Einfällen genossen hat. Es sind zumeist ganz alltägliche Kleinereignisse, wie der "morgendliche Gang zur Außentoilette", aus dem sich die Tragödien - hier das versehentliche Zertreten einer Schnecke - entwickeln, stellt die Rezensentin fest. So lässt sich Vergänglichkeit auch als eines der zentralen Themen dieses Bändchens mit einer Auswahl von Gedichten, die zwischen 1992 bis heute entstanden sind, festmachen, meint Berking. Sie hat sich besonders an den überraschenden Momenten in den Texten delektiert, in denen, mal in freier Form, mal elegisch aber fast immer humorvoll, ganz alltägliche Dinge und die schönen und schrecklichen Kindheitserlebnisse in schwebende Sprache gefasst werden.
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