Mirela Ivanova

Versöhnung mit der Kälte

Gedichte
Cover:  Versöhnung mit der Kälte
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2004
ISBN 9783884232279
Gebunden, 71 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Aus dem Bulgarischen von Gabi Tiemann. Mirela Ivanovas Gedichte erzählen von Zeiten des Übergangs - dramatisch, chaotisch, hektisch, paradox. Die eine Seite ist der bulgarische Alltag: die Welt der politisch-gesellschaftlichen Entwicklung, ein allgemeines Chaos, dem sich niemand entziehen kann. Den anderen Pol bildet eine existentielle Dimension des Erlebens, das Wissen um die Gegenwart des Todes, die Grenzüberschreitung in der Vision, dem Traum und dem Akt des Benennens.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2004

Mal so, mal so, mal Strophen, mal keine, mal Pathos, mal Lakonie - Adam Olschewski ist etwas genervt von der Heterogenität der Gedichte Mirela Ivanaovas. "Man kann dies als Flexibilität auslegen", doch er ist eher der Ansicht, dass die Autorin noch nicht so recht weiß, was und wie sie etwas sagen will. Dadurch klinge vieles unorganisch und falsch: Die Pointen zerschellen zuweilen an der "ausufernden Geste", die Symbolik wirkt großtuerisch. Ein kontinuierliches Stilmittel hat Olschewski jedoch gefunden, doch auch das ist ihm wiederum ein Zeichen für Unentschlossenheit: die Aufzählung. "Wenig anmutig" findet er das. Doch am Ende gibt er sich gnädig: "Eine Autorin im Werden".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.11.2004

Fast wäre er geplatzt, der Benedikt Erenz, zufrieden zwar, aber halt geplatzt. Oder waren es die Gedichte von Mirela Ivanova, die beinahe explodiert wären? Jedenfalls findet der Kritiker die Verse der Bulgarin "furios bis zum Platzen". Und dabei riecht der Titel der hier vorgestellten Gedichtauswahl, "Versöhnung mit der Kälte", arg nach "Schmonzes der achtziger Jahre", wirft Erenz ein und gibt sogleich Entwarnung. Versöhnt ist und wird gar nichts in der Lyrik der zweifelnden Dichterin aus Sofia, die unter der "zombischen Diktatur des balkanischen Sozialismus" groß geworden ist. Fetzen "der großen Bachmann-Orgel" klingen an in "wunderbaren, völlig makellosen Texte", die mutwillig zerkratzt werden, doch genau das lässt die Verse "leuchten und glühen", so Benedikt Erenz.
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