Aus dem Französischen von Brigitte Große. Warum ausgerechnet Kafka? Weil Kafka von großer Klarheit ist, egal wie unwahrscheinlich seine Geschichten sind. Ein Mann verwandelt sich in ein Ungeziefer? Unmöglich, und doch gibt es nichts Gewisseres, nichts Packenderes. Was Kafka schreibt, ist, was es ist - es gibt kein Jenseits der Sprache, keine Bedeutung, die außerhalb des Gesagten liegt. Georges-Arthur Goldschmidt nimmt Kafka beim Wort. Aus diesem Wörtlichnehmen ist eine erstaunliche Lektüre Kafkas entstanden, die einem die Sprache verschlägt. Goldschmidt denkt scharf wie ein Messer und schreibt leidenschaftlich wie ein Liebhaber. "Kafka lesen" ist ein mitreißendes Plädoyer für einen der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2011
Noch ein Buch über Kafka? Ja, meint Rezensent Lothar Müller, aber kein weiterer Beitrag zur inzwischen end- und uferlosen Sekundärliteratur. Sondern ein Buch von Georges-Arthur Goldschmidt, dem Nazi-Überlebenden, dem Handke-Übersetzer, dem stets autobiografisch verfahrenden Autor. Und so ist auch das ein Buch nicht über Kafkas Texte per se - so gut und genau und seit Ewigkeit schon der Verfasser sie kenne -, sondern über Goldschmidts Lektüren, ihre Umstände und deren Folgen. Eine Anschmiegung an die Texte, die nicht auf Deutung hinauswill, sondern paraphrasiert, die das eigene Leben an die Romane und Erzählungen rückt, ohne dabei je aufdringlich zu sein. So geht, preist Müller, Goldschmidt in keine der Fallen, mit denen Kafkas Werk inzwischen umstellt ist. Vielmehr gelinge dem Autor eine Wendung eigener Art: "Er hat Kafka in einen Spiegel verwandelt."
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