Aus dem Französischen von Horst Brühmann. Unter den Philosophen der Naturwissenschaft zählt Gaston Bachelard zu den eigensinnigsten. Im Austausch mit dem Surrealismus hat er die Grenzen der Wissenschaften wie der Künste seiner Zeit verschoben. Im experimentellen Umgang mit Dingen und Ideen werden hier die Bezugsräume des Ideellen wie des Materiellen erweitert. Der Band versammelt in deutscher Erstübersetzung diejenigen Texte Bachelards aus den 1930er Jahren, die sich einer scharfen Trennung von Epistemologie und Poetik entziehen. Bachelards Essays zeigen, wie unsere disziplinären Annäherungen und Abgrenzungen von Arbeitsweisen jeweils einem konkreten historischen Umfeld entspringen. Gerade indem sie dem unberechenbaren Umgang mit Ideen und Dingen gegenüber einem vorgegebenen Set von Regeln und Theorien den Vorzug geben, eröffnen sie auch für heutige Diskussionen zum Verhältnis von wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung wichtige Perspektiven.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2017
Rezensent Hans-Jörg Rheinberger liest den Band mit Texten des Wissenschaftsphilosophen Gaston Bachelard aus den 1930er Jahren mit großem Genuss. Die schiere Bandbreite der Interessen dieses Frei-Denkers, sein beständiges Transzendieren von Begriffen, seine Auseinandersetzung mit den künstlerischen Avantgarden und den zeitgenössischen Naturwissenschaften sowie seine meisterliche Handhabung der Sprache schlagen Rheinberger in ihren Bann. Dass es dem Autor in seiner Arbeit nicht darum ging, das wissenschaftliche Denken zu überflügeln, stellt der Rezensent fest und erkennt das Ansinnen des Autors darin, die Dynamik der Wissenschaften zu verstehen. Reizvoll scheint dem Rezensenten, wie hier Epistemologie und Poetologie zusammenfallen.
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