Seit den siebziger Jahren hat der Kritiker Raddatz den Autor Grass publizistisch begleitet, nicht als Elogenschreiber, sondern als jemand, der sich mit Grass' Werken bis ins Detail genau und unerbittlich auseinandergesetzt hat. Als "unerbittlich" hat Grass denn auch die allmählich entstandene Freundschaft zwischen sich und dem Kritiker bezeichnet, eine Freundschaft, die keineswegs frei von Auseinandersetzungen war. Zum 75. Geburtstag des Literaturnobelpreisträgers hat Fritz J. Raddatz eine Auswahl seiner Kritiken, Gespräche und Interpretationen aus den letzten 30 Jahren zusammengestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003
Zumindest einen "unerbittlichen Freund" hat Günter Grass unter den Kritiker, diesen "Schönschwätzern", und das ist Fritz J. Raddatz. Wolfgang Schneider ringt es schon eine gewisse Bewunderung ab, wie es Raddatz gelingt, Grass gegen das Rezensentengemetzel an seinem "Weiten Feld" in Schutz zu nehmen, wo er doch selbst nicht besonders glücklich mit diesem Roman war. Zwar mag Schneider nicht allen Ausführungen Raddatz' folgen - etwa wenn dieser das Antispychologische in Grass' Romanen als deren große Stärke preist - dennoch findet er diese Aufsatzsammlung genau an dem Punkt am interessantesten, in denen es um die Figurendarstellung geht.
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