Hubert Winkels

Gute Zeichen

Deutsche Literatur 1995-2005
Cover: Gute Zeichen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2005
ISBN 9783462034660
Gebunden, 398 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Ein Leitfaden durch die deutsche Literatur der letzten zehn Jahre. Hubert Winkels, Literaturredakteur des Deutschlandfunks in Köln und seit 1988 Kritiker für die "Zeit", zeigt, was war, wer bleibt, was kommt. Und er verteilt gute Noten! Viel ist geschehen seit Mitte der Neunziger: Nach der langen Dominanz der angloamerikanischen Literatur meldete sich die deutschsprachige Literatur eindrucksvoll zurück. Es begann der Debütanten-Boom, das "Fräulein-Wunder" wurde ausgerufen, die Pop-Literatur verherrlicht und verteufelt, die Rückkehr des Erzählens gefeiert, und viele neue Namen tauchten auf. Hubert Winkels hat diese Entwicklung mit ein, Essays und Laudationes begleitet, ohne sich von Schlagworten, Trends und Personenkult blenden zu lassen oder die eigene Fragestellung aus den Augen zu verlieren. Ihm geht es bei jedem Autor, jedem Text um drei zentrale Themen: Das Verhältnis der Literatur zu den neuen Medien, die Erosion und gleichzeitige Wiederkehr von Religion und religiösen Motiven, und das Phänomen der Gewalt.
Leitend ist natürlich die Frage nach der sprachlichen Verfasstheit und literarischen Gestaltung. Vor diesem Hintergrund erscheinen Autoren wie Patrick Roth, Wolfgang Hilbig, Ralf Rothmann, Liane Dirks, Ingo Schulze, Felicitas Hoppe, Wilhelm Genazino, Rainald Goetz, Christian Kracht, Ulrike Draesner, Georg M. Oswald, Benjamin v. Stuckrad-Barre und Feridun Zaimoglu, deren Eigenarten und Qualitäten präzise herausgearbeitet und höchst geistreich und unterhaltsam dargestellt werden. Ein Kompendium zur neuesten deutschen Literatur, das gleichzeitig einführt in die Mechanismen des Betriebs und die Spielarten und Verfahren der Literaturkritik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2005

Hubert Winkels weiß, wie man sich fühlt, wenn man verrissen wird, hat er es doch vor seiner Karriere als Kritiker selber auch als Autor probiert. Hat er deshalb in diesem Band ausschließlich positive Besprechungen aufgenommen? Jedenfalls ist das der einzige Einwand, den Hubert Spiegel gegen diese Sammlung von Texten aus dem im Titel benannten Zeitraum hat. Abgesehen davon lobt er die kluge Maxime des Kollegen, "das sprachliche Kunstwerk von dessen stärkstem Punkt aus zu öffnen auf seine von unterschiedlichen Medien geprägte Umwelt". Das ist, findet er, ein geeigneter literaturkritischer Hebel, der an kurzlebigen Debatten vorbei das wirklich Interessante an neuer Literatur - etwa der viel gelobten, viel gescholtenen Popliteratur - aufzeigen kann. Die "scharfen Töne" sind deshalb, urteilt Spiegel, nicht wirklich notwendig, wenn wie bei Winkels ein "gesellschafts- und medientheoretisch" geschulter analytischer Verstand am Werk ist.