Marcel Reich-Ranicki hat das literarische Leben in Deutschland geprägt wie wenige andere: Als Leiter der Literaturredaktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war er der erfolgreichste, aber auch umstrittenste Literaturkritiker seiner Zeit. Mit dem "Literarischen Quartett" wurde das Fernsehen zur machtvollen Bühne seiner Kritik. Was er lobte, wurde gelesen, gefürchtet waren seine Verrisse. In diesem Buch erleben wir ihn in seinen eigenen Worten: Offen und ehrlich spricht Reich-Ranicki darin über seine Kindheit und frühe Jugend in Polen, die Schulzeit in Berlin, die düstere Zeit des Nationalsozialismus und sein Leben als Literaturkritiker. Das Buch stützt sich auf ein Gespräch mit Paul Assall, das noch nie zuvor veröffentlicht wurde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2020
Rezensent Jens Bisky freut sich, dass dieses biografische Gespräch, das der Hörfunkjournalist Paul Assall Anfang 1986 mit dem 65-jährigen Marcel Reich-Ranicki führte, jetzt als Buch und Hörbuch erscheint. Reich-Ranicki, damals Leiter des FAZ-Literaturteils, wollte keineswegs über Literatur sprechen, weiß Bisky, der hier stattdessen gebannt den so temperamentvollen wie klaren Ausführungen des Kritikers über seine Nachkriegserfahrungen, seine Flucht in die Bundesrepublik und seinen Werdegang lauscht. Auch zeitgenössische Debatten werden angesprochen, informiert der Rezensent: Im Juni 1986 veröffentlichte die FAZ beispielsweise Ernst Noltes Vortrag "Vergangenheit, die nicht vergehen will" und löste damit den Historikerstreit aus. Dass Hintergrundinformationen zu diesen Kontroversen im Buch fehlen, findet Bisky bedauerlich.
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