Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2003
Glänzend gelungen findet Rezensent Hans-Joachim Hinrichsen diese unprätenziöse und "überaus genau recherchierte" von-Bülow-Biografie. Durch seine kluge und einfühlsam vorgehende Analyse gut zusammengestellter Rezeptionszeugnisse ("von Konzertrezensionen bis Ohrenzeugenberichten") sei es Frithjof Haas sogar gelungen, stellenweise den Eindruck zu erwecken, "für Momente den Beethoven-Pianisten oder den Brahms-Dirigenten" hören zu können. Und das, obwohl das Bülow-Zeitalter lange vor dem Zeitalter der Tonkonservierung liege. Aber nicht nur deshalb sei dem Dirigenten und Musikhochschullehrer Haas ein profundes Buch gelungen, das auch für eine breite Leserschaft in exakter Zeichnung und differenzierter Farbgebung "das Panorama einer vergangenen doch bis heute einflussreiche Musikkultur" aufrolle. Haas gliedere seine Darstellung so, dass chronologisch-biografische und ästhetisch-systematische Kapitel in übersichtlicher Anordnung erscheinen. Auch die "charakterlich in hohem Maße irritierende Dimension "des Künstlers Bülow, wie dessen Antisemitismus (dem, lesen wir, ein eigenes Kapitel gewidmet ist) gelangt nach Ansicht des Rezensenten "zu luzider Darstellung".
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