Franz Schubert ist zu Lebzeiten (1797-1828) kaum einmal über Wien hinausgekommen, doch seine Musik hat die Welt erobert - nach seinem viel zu frühen Tod. Dieser mutet um so tragischer an, als sein unglaublich reiches musikalisches Erbe - Messen, Sinfonien, Klaviermusik, und nicht zuletzt seine Lieder - zum Schönsten gehört, was Komponisten der Romantik je hervorgebracht haben. Hans-Joachim Hinrichsen skizziert einfühlsam die wichtigen Züge der Persönlichkeit Franz Schuberts und bietet eine informationsreiche und differenzierte Einführung in sein Werk.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2011
Knappes, gutes Buch, das freut das Rezensentenherz. Noch dazu gelingt es Hans-Joachim Hinnrichsen laut Andreas Mayer, mit seiner Schubert-Monografie eine seit Otto Erich Deutsch schmerzhaft klaffende Lücke zu schließen. Ein großer Wurf auf nur 130 Seiten! Möglich auch dadurch, dass der Autor auf das übliche "biografische Hören" verzichtet und stattdessen sachlich den formanalytischen und den kultursoziologischen Ansatz zusammenführt. Heraus kommen Erkenntnisse über Schubert als raffiniertem freischaffenden Networker (von wegen armes Genie!), der mit den Formen der Oper und der Sinfonie ringt, sowie Einsichten in die Situation des Wiener Musiktheaters seiner Zeit. Für Mayer ist das mehr als alle Suche nach expressiven Gehalten in Schuberts Musik je leisten konnte.
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