Herausgegeben von Karl Schlögel, Frithjof B. Schenk und Markus Ackeret. Mit farbigen Abbildungen. Sankt Petersburg war einst Zarenresidenz und Hauptstadt des riesigen Russischen Reiches. Im 20. Jahrhundert war es Schauplatz von Ereignissen, die die ganze Welt erschütterten. Ihre Spuren sind allgegenwärtig in der Stadt. Ereignisse wie die Revolution 1917 oder die Blockade Leningrads im Zweiten Weltkrieg haben sich tief in das Gedächtnis der Stadt eingeprägt. 24 Essays laden ein zu Ausflügen in die Vergangenheit Sankt Petersburgs, abseits ausgetretener touristischer Pfade: an die Orte früheren deutschen und jüdischen Lebens, auf die Prachtstraße Moskowskij Prospekt, an die Orte bolschewistischer Massenkundgebungen, in das berüchtigte Polizeidepartment, aber auch in Gärten, Kinos und Wohnungen. So erschließt sich über die Orte die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner in einem lebendigen Mosaik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.07.2007
Den Band empfiehlt Rezensent Cord Aschenbrenner sowohl als Reiseführer mit Anspruch wie auch als "ideengeschichtliche Fundgrube" zur Entwicklung Sankt Petersburgs. Dass die Herausgeber und Beiträger von den fokussierten hundert Jahren Stadtgeschichte zwischen 1850 und 1950 besonders die Leningrader Epoche in den Blick nehmen, leuchtet dem Rezensenten ein. Dankbar entnimmt er einer "klugen Auswahl" vieles über die Blockadezeit, wie über das Militär überhaupt und liest den auf eine Petersburger Tagung zurückgehenden Band topografisch, als offenbar gelungenen Versuch, Geschichte an ihre Orte zu binden.
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