Friedrich Kießling

Adenauer

Dreieinhalb Leben - Biografie
Cover: Adenauer
dtv, München 2025
ISBN 9783423284684
Gebunden, 544 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Ein großer Kanzler. Er prägt Deutschland bis heute. Konrad Adenauer hat viel dazu beigetragen, dass die Demokratiegründung in Deutschland nach 1945 gelang. Seine Entscheidungen bei der Ausformulierung des Grundgesetzes, im Umgang mit NS-Belasteten, bei der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft und der Gründung einer christdemokratischen Partei haben das Land geprägt. Und Adenauer hat Deutschland zurück in den Kreis der Nationen geführt, in Europa und weltweit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2026

Rezensent Andreas Wirsching liest Friedrich Kießlings Adenauerbuch mit einigem Interesse. Als klassische Politikerbiografie beschreibt Wirsching Kießlings Band, wobei der Autor vor allem die Zeit vor 1945, also auch vor dem Kanzler Adenauer ins Zentrum stellt und als eigenständige Abschnitte einer politischen Laufbahn darstellt. Adenauer wird von Kießling als Teil der Politprominenz der Weimarer Republik beschrieben, geschickt nähert sich der Autor Fragen nach der Rolle des Katholischen und des Preußischen bei Adenauer und widmet sich auch den polittaktischen Fähigkeiten des Politikers. Insgesamt stellt Kießling Adenauers politische Leistung in einem nüchternen Stil dar, resümiert Wirsching.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.12.2025

Friedrich Kießlings Adenauer-Biographie geht laut Rezensent Otto Langels ausführlich auf die Prägung des Politikers durch Elternhaus und Studium ein. Adenauer wird als Familienmensch beschrieben, das Buch ist mit zahlreichen Anekdoten angereichert, wie wir lesen. Dem Historiker Kießling gehe es in seinem freundlich eingestellten Porträt um eine Würdigung aller zentraler Stationen einer politischen Karriere, die in der Zentrumspartei beginnt, später ins Kölner Bürgermeisteramt, noch später zum CDU-Vorsitz und zur Kanzlerschaft führt. In der NS-Zeit war Adenauer nicht politisch aktiv, allerdings schloss er sich, wiewohl er zweimal verhaftet wurde, auch nicht dem Widerstand an. Detailliert und umfassend wird man von diesem insgesamt starken Buch über Adenauers gesamtes Leben informiert, freut sich Langels. 

 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.10.2025

Anlässlich des nahenden 150. Geburtstags Konrad Adenauers liest Kritiker und Historiker Florian Keisinger drei neue Bücher über den ersten Kanzler der Bundesrepublik: Das umfangreichste davon hat mit 500 Seiten der Bonner Geschichtsprofessor Friedrich Kießling vorgelegt, das sich mit den "Dreieinhalb Leben" zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Bundesrepublik befasst. Besonders die Brüche in Adenauers Leben interessieren ihn, hebt Keisinger hervor: Der NS hat ihm, dem überzeugten Republikaner, eine Skepsis gegenüber der "Demokratiefestigkeit der Deutschen" eingeimpft, sein Freiheitsverständnis war eher an staatliche Organisation denn an das Individuum geknüpft. Kießling vermag es, so resümiert der Rezensent lobend, nicht nur Adenauer, sondern auch seine Zeit verständlich zu machen.