Der "Kaufhauskönig" Helmut Horten (1909-1987) gilt als herausragender Akteur des bundesdeutschen Wirtschaftswunders. Er schuf in rasantem Tempo den viertgrößten deutschen Kaufhauskonzern. Seine Warenhäuser galten als "Paradies der Damen". Hortens Unternehmen bescherte ihm großen Reichtum und machte ihn zu einem der wenigen Milliardäre der alten Bundesrepublik. Bis heute ist allerdings kaum etwas bekannt über die Hintergründe seines Aufstiegs, seine Tätigkeit während der NS-Zeit, seine weitreichenden Verbindungen in die Politik und die privaten Seiten seiner Persönlichkeit. Zum ersten Mal wird auf Grundlage neu gehobener Quellen seine Biografie erzählt und das Porträt eines prominenten Gesichts der "Generation Boom" gezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2024
Insgesamt mit Interesse liest Rezensentin Ulla Fölsing das Buch der Historiker Peter Hoeres und Maximilian Kutzner über Helmut Horten. Der Unternehmer hatte, beschreibt Fölsing entlang der Lektüre, in der NS-Zeit Kaufhäuser aus jüdischem Besitz unter Marktwert erworben, dabei jedoch, wie die Autoren bereits in einem Gutachten argumentiert hatten, unter klassisch unternehmerischen Gesichtspunkten gehandelt, weshalb er lediglich als "Nutznießer" (Zitat Hoeres und Kutzner) der NS-Enteignungspolitik, jedoch nicht als deren aktiver Agent zu betrachten sei. Weiterhin widmet sich das Buch, fährt die Rekonstruktion fort, Hortens erfolgreichem Aufbau einer Kaufhauskette in Nachkriegsdeutschland sowie seinem Leben im luxuriösen Ruhestand nach dem Verkauf dieser Kette. Insgesamt zeichnet das Buch doch ein arg freundliches Bild von Horten, meint Fölsing, die es dennoch gerne liest als Dokument gesellschaftlicher Entwicklungstendenzen und auch als Erinnerung an die goldene Zeit der Kaufhäuser.
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