Friederike Otto

Klimaungerechtigkeit

Was die Klimakatastrophe mit Kapitalismus, Rassismus und Sexismus zu tun hat
Cover: Klimaungerechtigkeit
Ullstein Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783550202445
Gebunden, 336 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Der Klimawandel trifft uns nicht alle gleich. Friederike Otto liefert anhand von acht extremen Wetterereignissen konkrete Beispiele, was die wirklichen Ursachen sind, wer besonders betroffen ist und vor allem: Was Klimagerechtigkeit tatsächlich bedeutet und was dafür noch getan werden muss. Der Klimawandel zerstört nicht die Menschheit, aber Menschenleben und Lebensgrundlagen. Wir staunen über Rekordtemperaturen, Windgeschwindigkeiten und Regenmengen, aber fragen uns zu wenig, wer ihnen besonders ausgesetzt ist, wer sich nicht erholen kann - und warum. Ungleichheit und Ungerechtigkeit sind der Kern dessen, was den Klimawandel zum Menschheitsproblem machen. Damit müssen Fairness und globale Gerechtigkeit auch im Kern der Lösung stecken. Klimagerechtigkeit geht jeden etwas an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2024

Für Lukas Fuhr geht die Klimaforscherin Friederike Otto in ihrem neuen Buch allzu wütend und allzu ungenau an ihr Thema heran. Dass die Autorin große Verdienste in Sachen innovative Klimaforschung hat, steht für ihn fest. Umso enttäuschter zeigt er sich, dass Otto bei dem Versuch, Klimakrise, Kapitalismus und Rassismus zusammenzudenken, kläglich scheitert und vor allem Pauschalisierungen vorlegt und keine genauen Begriff der Klimaungerechtigkeit. Am besten gefällt ihm der Band noch, wenn Otto Betroffene und deren Schicksale vorstellt: Frauen bei der Feldarbeit in Gambia, ängstliche Feuerwehrleute, die gegen Waldbrände ankämpfen. Die Verbindungen zwischen Kolonialismus, Patriarchat und Klimawandel aber werden laut Fuhr nur unzureichend erkennbar.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.01.2024

Friederike Otto ist auf dem Gebiet der Klimaforschung eine echte Koryphäe, weiß Rezensent Christoph von Eichhorn, in ihrem neuen Buch schreibt sie darüber, dass der Klimawandel auch eine Folge sozialer Ungerechtigkeit ist. Otto hat sich viel mit sogenannten Attributionsstudien beschäftigt, verrät Eichhorn, die nachweisen sollen, wann Extremwetterereignisse wirklich Folge des Klimawandels sind und wann - diese These interessiert sie besonders - die Erderwärmung nur vorgeschoben wird, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, wie tief Rassismus, Kapitalismus und Sexismus darin verwoben sind. Gerne lässt sich der Kritiker bei der Lektüre davon überzeugen, dass man der Klimakatastrophe nicht nur mit technischen, sondern auch sozialen Errungenschaften begegnen muss, schließt er.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.12.2023

Rezensent Günther Wessel bewundert den klaren Blick, mit dem die Klimawissenschaftlerin Friederike Otto ihre Wut in Zaum hält, wenn sie Klimaungerechtigkeit anprangert. Laut Otto ist die Klimakrise eine Folge patriarchaler und kolonialer Strukturen, lernt Wessel. Wenn Otto weltweite Klimakatastrophen analysiert und auf Ungleichheit und Ungerechtigkeit zurückführt, scheint Wessel das nachvollziehbar. Etwas zu unkonkret (aber immerhin optimistisch) bleibt die Autorin bei der Frage, wie wir diese Strukturen loswerden, erklärt der Rezensent.

Buch in der Debatte

9punkt 29.05.2024
Demokratische Rechte und Klimaschutz gehören zusammen, macht die Physikerin und Philosophin Friederike Otto, aktuelles Buch: "Klimaungerechtigkeit", in der SZ deutlich. Deshalb geht es in der Europawahl nicht nur darum, eine Partei zu finden, deren Programm man "zu einhundert Prozent zustimmt, sondern darum, Koalitionen für Menschen- und Bürgerrechte zu bilden", mahnt Otto. Unser Resümee

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