Frederick Weinstein

Aufzeichnungen aus dem Versteck

Erlebnisse eines polnischen Juden 1939-46
Cover: Aufzeichnungen aus dem Versteck
Lukas Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783936872705
Gebunden, 578 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Jolanta Wozniak-Kreutzer, herausgegeben und kommentiert von Barbara Schieb und Martina Voigt. Ein einzigartiges Zeitdokument aus Privatbesitz wird nach mehr als sechzig Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - die Aufzeichnungen eines jungen Mannes über seine Verfolgung durch die Nazis im deutsch besetzten Polen. Schonungslos beschreibt der jugendliche Autor in seinen Aufzeichnungen die eskalierende, den Betroffenen oftmals widersprüchlich erscheinende judenfeindliche Besatzungspolitik, die brutalen Exzesse Einzelner, denen er als Zwangsarbeiter ausgesetzt ist, die großen und kleinen Nutznießer der Judenverfolgung, die Konflikte der Verfolgten untereinander und die Spannungen innerhalb seiner ganz auf sich selbst zurückgeworfenen Familie. Frederick Weinstein hat überlebt. Aus heutiger Sicht schildert er in einem Anhang sein weiteres Schicksal bis zur Emigration in die USA 1946.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2007

Als "document humain ersten Ranges" würdigt Hans-Jürgen Döscher diese Aufzeichnungen des polnischen Juden Frederick Weinstein, der die Judenverfolgung im besetzten Polen in einem Keller in Warschau versteckt überlebte. Die Einsamkeit und die permanente Bedrohung durch die deutschen Besatzer, aber auch durch nichtjüdische Polen und Funktionäre der Judenräte ist für Döscher im gesamten Bericht spürbar. Er attestiert dem Bericht außergewöhnliche Anschaulichkeit, Detailliertheit und Schonungslosigkeit, aber auch selbstkritische Momente. Lobend erwähnt er die Einleitung der Herausgeberinnen, die zu Recht auf das von Antijudaismus und Misstrauen belastete Verhältnis zwischen Juden und Polen hinweisen. Empfehlenswert für alle historisch interessierten Leser, denen Döscher das Buch nur empfehlen kann.