Manchmal bricht in Franziska Gerstenbergs Erzählungen etwas ein, das ein sorgsam eingerichtetes Zuhause für immer verändert. Manchmal kommen ihre Figuren gar nicht erst dazu, das ersehnte Familienleben aufzubauen, weil die Realität dem Traum vom Haus, vom Kind, von der großen Liebe entgegensteht. Den Alltag zu bestreiten, eine Beziehung zu führen und die Familie oder das Alleinsein zu akzeptieren: Franziska Gerstenberg beschreibt in ihren neuen Erzählungen die in jeder Hinsicht prekären Verhältnisse unserer Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.02.2016
Der Wiedererkennungswert von Gerstenbergs Erzählungen ist hoch, findet Judith von Sternburg. Das liege vor allem an den charakteristischen Konstellationen, die sich kaum vergessen ließen. Im Mittelpunkt der Geschichten stünden zunächst unscheinbar wirkende "Bruchstellen", die für die Protagonisten aber existenzielle Folgen haben. In den Augen der Kritikerin besitzt die am Leipziger Literaturinstitut ausgebildete Dresdener Autorin zudem "das Timing einer souveränen Erzählerin", die ihre Leserin zu überraschen wisse. "Milde, klug, unprätentiös und wertfrei" erzählt Gerstenberg, urteilt die Rezensentin und würdigt die Leistung, mit mühevollem Schreiben einen mühelosen Eindruck zu hinterlassen.
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