Katharina Geiser

Rosa ist rosa

Erzählungen
Cover: Rosa ist rosa
Ammann Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783250601180
Gebunden, 217 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Ein Mädchen kommt dem Rosa auf die Spur, seinen unvereinbaren Möglichkeiten, die die Welt bedeuten. Die spanische Nonne Abigail steckt Rosenblüten in den Sand. An den Stränden der Bretagne beobachtet Ariadna Efron, die Tochter der Dichterin Marina Zwetajewa, den Gang der Gezeiten und fürchtet viele Jahre später in der sibirischen Verbannung den Fluß Jenissej. Eine Frau rechnet ihrem einstigen Geliebten die Zwischenzeit mittels Erinnerung vor. Hans und Gret streifen in ihrem Liebesübermut durch die Extremadura: Blaumerlen, Mönchsgeier, Rothühner, eine Brücke über einen abgelegenen paradiesischen Fluß, auf dem ein Gewebe kleiner weißer Blüten schwimmt. Eine junge Frau ertrinkt an einem Sommerabend des Jahres 1930 im Zürichsee; die Erzählerin kann das Geschehen nicht rückgängig machen. In ihren Prosatexten fügt Katharina Geiser wie eine Zeichnende Details zu Bildern und sucht sich dafür Strich und Material aus. Die Erzählungen sind motivisch verknüpft und formen so einen von Farben schillernden Miniaturkosmos jenseits von Gegenwart und Vergangenheit, Authentischem und Erdichtetem.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.08.2008

Zwischen himmelhohem Jauchzen und tiefer Betrübnis schwanken die Reaktionen von Rezensentin Carola Ebeling auf die neuen Erzählungen von Katharina Geiser. Denn so dicht und intensiv mancher Text ausgefallen ist, so funkelnd und poetisch, so schwach und gewollt wirken dann wieder andere Erzählungen auf sie. Zum Beispiel die Liebesgeschichten und manchmal auch kurze Frauenbiografien, an denen der Rezensentin ein allzu anbiedernder, vereinnahmender Ton missfällt. Im Fall eines Stücks über die Malerin Paula Modersohn-Becker wiederum ist die Rezensentin höchst angetan. Begeistert hat sie eine Erzählung über Ariadna Efron, die Tochter der Dichterin Maria Zwetajewa, die für sie zu den schönsten Texten des Bandes gehört, weil hier der Zusammenklang von historisch Belegbarem und literarischer Spekulation aus ihrer Sicht auf das Wundervollste gelungen ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2008

Für Sandra Kerschbaumer ist dieser Band dann besonders stark, wenn die Autorin sich mit einfachen Schilderungen begnügt. Das umfangreiche sprachliche Repertoire Katharina Geisers erscheint der Rezensentin nämlich mitunter allzu großzügig eingesetzt. Wenn sich die Autorin mit Pathos an Schweizer Kindheitstage zurückerinnert und ihre Texte mit aller Kunstfertigkeit sogenannter guter Literatur überzuckert, gerät das Atmosphärische selbst in den Augen der wohlmeinenden Rezensentin etwas zu blumig.
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