Monique Schwitter

Goldfischgedächtnis

Erzählungen
Cover: Goldfischgedächtnis
Droschl Verlag, Graz 2011
ISBN 9783854207894
Gebunden, 186 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Alles ist Handlung in diesen Geschichten (nicht zu verwechseln mit action!), ihre Personen sind nach wenigen Zeilen plastisch und lebendig, ihre Sätze sind elementar und schnörkellos. Es geht ja auch um etwas: Fast alle Geschichten handeln von Begegnungen, und in fast allen Geschichten ist auch von Abwesenheit und Verlust, von Sterben und Tod die Rede. Unglaublich berührend und kunstvoll die Erzählung, in der eine Schriftstellerin ihre tote Freundin lebendig macht, indem sie sie diese Erzählung diktieren lässt; oder der Schrecken des kleinen Jungen, als seine Halloween-Wünsche wahr werden; oder die Erfahrungen einer Kellnerin mit den letzten Gästen zur Sperrstunde.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2011

Für Samuel Moser hat Monique Schwitter schon mit ihrem zweiten Erzählungsband zu ihrer "idealen literarischen Form" gefunden. Die Figuren ihrer Erzählungen gehen "Fragen" nach, die auch die Autorin nicht einfach auflöst, sondern in "Knotenpunkten"  abschreitet, wie der Rezensent erklärt. Sei es, dass dem Vater eines Jungen, der sich für ihn als Skelett verkleidet hat, aufgeht, dass er auch im normalen Leben ein Verstummter ist, oder die Schauspielerin, die sich mit dem Vergessen auseinandersetzt: Die Figuren dieser Geschichten bemühen sich furchtlos um Erkenntnis ihrer selbst, was mal komisch, mal traurig, oft auch beides zusammen ist, wie Moser meint. Im Kern dieser Erzählungen aber steht für den sehr eingenommenen Rezensenten die "Beziehungslosigkeit", unter der die Protagonisten leiden und gegen die sie anrennen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2011

Andrea Heinz findet, dass Monique Schwitter sich in ihrem zweiten Erzählband sogar noch gesteigert hat in ihrer Meisterschaft, knapp und dicht die Porträts ihrer Figuren zu entwerfen und ihre Leser in den Bann ihrer Geschichten zu ziehen. Es dreht sich in diesen Erzählungen, wie schon in ihrem ersten, mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichneten Prosaband, im Kern um das Erinnern und das Vergessen, erklärt die Rezensentin. Dabei sehne zwar so manche Figur das Vergessen herbei, doch darin lauere der Tod, wie in der Geschichte "Die Grube" um die mit einem quälend guten Gedächtnis ausgestattete alternde Schauspielerin. Dass nicht wenige Protagonisten der Schweizer Autorin Schauspieler sind, hat sicher damit zu tun, dass Schwitter selbst am Theater spielt, verrät uns die Rezensentin noch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.10.2011

Ein schönes Loblied singt Helmut Schödel auf diesen Band mit Erzählungen der Schauspielerin und Autorin Monique Schwitters. Man bekommt gleich Lust, sie zu lesen. Wie Schödel erklärt, funktionieren Schwitters Geschichten wie Fallen, die nach wenigen Sätzen zuschnappen. Sie erzählt von Schauspielerinnen, die es nicht schaffen, die gelernten Texte wieder zu vergessen, von Menschen, die sich zu Neujahr bei den Krokodilen im Zoo verabreden, von einer Kellnerin vom Land, die zum Opfer der städtischen Haifische wird. Was Schödel nach Lektüre dieser Geschichten dämmert: Die Welt begann "nicht mit einem Urknall, sondern als Prügelschule"!
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