Sherwood Anderson

Winesburg, Ohio

Eine Reihe Erzählungen vom Kleinstadtleben in Ohio
Cover: Winesburg, Ohio
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783895612329
Gebunden, 309 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Mirko Bonne. "Winesburg, Ohio" erstmals erschienen 1919, ist ein romanartiger Reigen aus Erzählungen. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner einer fiktiven Kleinstadt im Mittleren Westen, beobachtet von George Willard, einem jungen Mann, der dort aufwächst und als Reporter des Winesburg Eagle noch den kleinsten Geschehnissen in der Stadt voller Staunen begegnet. Willard ist ein Suchender, einer, den es in die Ferne zieht und der seine schriftstellerische Begabung entdeckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.03.2012

Christoph Schröder freut sich sehr über die Wiederentdeckung von Sherwood Anderson. Gleich zweimal ist dessen Buch "Winesburg, Ohio" jetzt neu übersetzt worden, von Eike Schönfeld und von Mirko Bonné. Vom Rezensenten erfahren wir, dass das Buch die Geschichten der Bewohner Winesburgs erzählt, einzelne Schicksale, die sich nur vorübergehend überschneiden, berühren und dann wieder ihrem eigenen Weg folgen. Im Zentrum stehen für Schröder die Verzweiflung, die allen Figuren zugrunde liege, und Verwandlungen - plötzliche Richtungswechsel, die ein Leben vollziehen kann. Die Übersetzungen empfiehlt der Rezensent beide ohne Einschränkungen, auch wenn sie sich komplett unterscheiden, wie er findet: Bonnés Fassung findet er kraftvoller, Schönfelds dafür feiner in den Details.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.02.2012

Eins möchte der Rezensent bei dieser Gelegenheit mal loswerden: Dass ein Buch wie dieses gleich in mehreren respektablen Übersetzungen vorliegt, ist doch ein toller Luxus! Sherwood Andersons berühmtesten Roman, Vorbild für Faulkner, Hemingway und andere, findet Burkhard Müller aber auch speziell. Laut Müller zeichnet der Autor eine weitgehend realistische, aber durchaus nostalgisch gefärbte Midwest-Szenerie der Einsamkeit, in der sich, wenn nicht das Leben an sich, so doch eine tiefe amerikanische Wahrheit erkennen lässt. Die mannigfachen Figurenporträts, aus denen der Roman besteht, machen es Müller allerdings nicht ganz leicht, das Buch als ein Ganzes zu erleben. Erst da er dem Blick des Autors hinter die den Rhythmus des Buches bestimmende existentielle Rede, hinter die Alltäglichkeit der Figuren folgt, erkennt Müller den Zusammenhang.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2012

Dass nun gleich zwei exzellente Neuübersetzungen zu Sherwood Andersons Erzählsammlung "Winesburg, Ohio" erschienen sind, kann Rezensent Paul Ingendaay nur begrüßen. Ihm begegnet in den zwanzig Erzählungen über "Zeit, Geschichte und Tod" eine Vielzahl desillusionierter Menschen, die nicht nur mit den Vorläufern der Industrialisierung in ihrem ländlichen Dorf hadern, sondern auch Einblicke in ihre traurigen Schicksale gewähren. So liest der Rezensent etwa von einer alten Frau, die nach der Rückkehr in ihr Heimatdorf nichts wiedererkennt. Auch Andersons minimalistischer Erzählstil, der ihm als Mischung aus "Bibel und Maupassant" erscheint, ringt dem Rezensenten höchste Anerkennung ab. Während er Eike Schönfeldts Übersetzung für ihre Einfachheit schätzt, lobt der Kritiker die hier besprochene Übersetzung von Mirko Bonne insbesondere für den "saloppen, zeitgenössischen" Stil und die poetischen Naturbeschreibungen.

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