Aus dem Englischen von Gabriele Haefs. In den neun Erzählungen des Debüts von Neil Smith stößt Alltägliches mit Fantastischem zusammen, trifft allzu Menschliches auf eine aus den Fugen geratene Welt, finden sich Menschen in außerordentlichen Situationen wieder. Da ist die bindungsunfähige Mutter eines Frühgeborenen, die nun absurderweise lernen muss, loszulassen. Da ist die Selbsthilfegruppe für Menschen mit gutartigen Tumoren, die ihre charakterliche Gutartigkeit für die Erkrankung verantwortlich machen. Oder die kürzlich zur Witwe gewordene Frau, die Trost darin findet, zur Asche ihres Mannes zu sprechen. Und da ist die Achtjährige mit einem seltsamen Syndrom, das dazu führt, dass sich ihr Alter ausdehnt und zusammenzieht - wie das Universum, das auf den Bang Crunch zusteuert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.04.2010
Angela Schader bespricht sehr eingenommen das Erzähldebüt von Neil Smith und kommt zu dem Schluss, dass Smiths meist psychologisch fein gezeichnete, altruistisch agierende Figuren stets auf ein Happy End hoffen dürfen. Wenn die Charakterzeichnung einmal nicht ganz so tief geht, wie etwa in der Titelgeschichte, kann die Rezensentin das auf den Umstand zurückführen, dass Smith aus der Perspektive eines Handschuhpaares und eines abgerissenen Fußes erzählt. Am besten allerdings gefällt Schader dieser Autor, wenn er auf seinen Abwegen vom Alltäglichen nicht bis zum Äußersten geht, sondern dem Leser die Chance zu einem persönlichen emotionalen Bezug bietet. Dann, findet Schader, sind die Texte stimmig und elegant.
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