Herausgegeben von Frank Lachmann. Mit einem Nachwort von Axel Honneth. Franz Rosenzweig entwickelte sein "Neues Denken", dessen Entdeckung in der zeitgenössischen Philosophie gerade erst begonnen hat, in beständiger Auseinandersetzung mit den großen idealistischen Entwürfen Hegels und Schellings. 1920 veröffentlichte er mit "Hegel und der Staat" die erste umfassende kritische Analyse der politischen Philosophie Hegels. Das Buch folgt allen Wendungen von Hegels Denkweg und mündet in eine große Analyse der Rechtsphilosophie, die an kritischer Sachkenntnis nach wie vor ihresgleichen sucht. Souverän verbindet Rosenzweig die Auslegung der Texte mit der wechselhaften politischen Biografie Hegels. Seine Analyse des christologischen Kerns der Rede von der Wirklichkeit des Vernünftigen harrt ebenso der Wiederentdeckung wie seine politische Situierung Hegels zwischen Revolution und Reaktion.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2010
Was ist eigentlich ein wirklich jüdischer Denker? Nach der Lektüre der von Frank Lachmann herausgegebenen Dissertationsschrift von Franz Rosenzweig, erstmals 1920 veröffentlicht, weiß es Rezensent Thomas Meyer wieder und auch, was er noch immer schmerzlich vermisst: Eine Rosenzweig-Werkausgabe nämlich. Rosenzweigs Hegel-Buch liegt, sorgfältig editiert, wie er findet, nun immerhin vor ihm und glänzt durch des Autors Rechercheleistung wie durch die Anleitung zum Verständnis von Hegels Ambivalenzen. Rosenzweigs Umwertung Hegels zu einem politisch-theologischen Denker hält der Rezensent noch immer für wegweisend.
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