Herausgegeben von Hansgeorg Hoppe. Hegels Rechts- und Staatsphilosophie gilt im allgemeinen als konservative und reaktionäre Rechtfertigung der politischen Verhältnisse im Preußen der Restaurationszeit. Dennoch hat Hegel wie kein anderer die philosophische Diskussion der Grundstrukturen des modernen Staates bis heute nachdrücklich bestimmt. Obschon er seine Auffassung im Jahr 1820 in den Grundlinien der Philosophie des Rechts abschließend niedergelegt hat, finden sich in anderen Texten Hegels offenbar Abweichungen von der offiziellen Version der Grundlinien. In diesem Zusammenhang spielen seine Vorlesungen zur Philosophie des Rechts eine wichtige Rolle. Mit der Mitschrift der Vorlesung aus dem Wintersemester 1821/22, die als Originalausgabe erscheint, können diese Vorlesungen vollständig dokumentiert werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2005
War Hegel wirklich der Anwalt der Unantastbarkeit des Staatsgedankens, oder eignet seine "Philosophie des Rechts" sich im Gegenteil gar zur modernistischen Kritik an staatlichen Konstrukten? Es bleibt auch bei der Lektüre der Vorlesungsmitschriften von 1821/22 beim "altbekannten Eindruck tiefer Zweideutigkeit", befindet Ralf Konersmann. 20 Jahre hat der Herausgeber, Hansgeorg Hoppe, einem anonymen Vorlesungsprotokoll gewidmet, das sich in der Pädagogischen Hochschule in Kiel fand. Bei aller Umfänglichkeit bleibt das schwer entzifferbare Manuskript ein Fragment, in der Eröffnung des Staatsrechts-Kapitels bricht es ab. Doch zumindest eines belegt diese Neuveröffentlichung: Hegels Modernität. Erhebt der Philosoph doch nachdrücklich, so der Rezensent, "Anspruch auf das souveräne Amt der Kritik".
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