Herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle. Die Oxforder Quarthefte 7 & 8 umfassen Aufzeichnungen vom 11. Februar 1913 bis zum 15. August 1914. Themen, über die Kafka schreibt, sind sein Verhältnis zu Felice Bauer, das ihn immer wieder beschäftigende Problem der Selbstbeobachtung, die Reflexion auf die Literatur, die er als seinen Beruf - auch gegenüber der Brotarbeit und der bürgerlichen Existenz als potentieller Ehemann - verteidigt. Hinzu kommen eine Vielzahl poetischer Entwürfe, darunter zu Beginn des 7. Quarthefts das für Kafka offenbar sehr wichtige "Liman"-Fragment.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2025
Der hier rezensierende britische Germanist und Dichter Jeremy Adler bespricht die von Roland Reuß und Peter Staengle editierte Neuausgabe der Arbeitshefte Franz Kafkas als bekennender Kafkaloge, der am liebsten noch viel mehr wissen wollen würde über die hier möglichst originalgetreu reproduzierten Schriften. Denn er lernt leider nichts, lesen wir, über die Papierart, die Kafka verwendete, auch die Tinte wurde nicht forensisch untersucht. Mit Roland Reuß' Nachwort kann der Rezensent sich ebenfalls wenig anfreunden, da Reuß mal exakt am Text klebt, dann aber wieder hochgradig subjektiv urteilt. Wer sich ernsthaft mit Kafka beschäftigen will, wird dennoch glücklich werden mit diesem Band, stellt Adler klar, als Tor zu einem einzigartigen literarischen Werk, das immer wieder neue Brücken schlägt in die Welt seiner Leser. Letztlich ist Adler freilich der Ansicht, dass der vorliegende Band seiner zahlreichen Qualitäten zum Trotz nicht als die ultimative Ausgabe der Arbeitshefte bezeichnet werden kann.
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