Helene Weigels herausragende Bedeutung für die Arbeiten Brechts oder Veza Canettis eindrucksvolles Werk, das vom eigenen Ehemann zurückgehalten wurde: Wie so viele Frauen berühmter Männer standen beide Künstlerinnen stets in deren Schatten und rangen in einem unheilvollen Spannungsfeld zwischen Aufopferung und Unterdrückung um Anerkennung. In vielen spannenden Biografien zeigt dieser Band, welch unverzichtbaren Beitrag die Frauen der Dichter für ihre Epoche leisteten und warum sie doch immer hinter ihren einflussreichen Männern zurückblieben.
Eigentlich ist Franz Schuh ein Freund von Tratsch, von Tratsch über Genies erst recht. Leider ist, was Karin Feuerstein-Praßer in "Die Frauen der Dichter" über Kafkas Brieffreundin Felice Bauer, Brechts Helene Weigel und andere schreibt, Tratsch von der schlechteren, weil wenig fundierten und anderswo besser gehörten Sorte, verrät der Rezensent. Wer ausschließlich über das Verhältnis von Frauen und ihren Dichtern schreibt, sollte nicht hinter den Dichter-Biografen zurückbleiben, findet Schuh.
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