In seinem neuen Band versammelt Franz Josef Czernin Essays über Literatur und ihre inneren und äußeren Probleme. Er untersucht Aspekte der Form und des Inhalt in den Werken von J. L. Borges, T. S. Eliot, Walter Serner, Martin Mosebach, Paul Valéry und vielen anderen. Gleichzeitig beschäftigt er sich mit der Behandlung der Wortkunst in der Öffentlichkeit und der Literaturwissenschaft. Selbstreflektionen, Fragestellungen zur eigenen Poetik und zur Form der Essays als solcher gewährt dem Leser einen Einblick in die komplexe intellektuelle Arbeitswelt des Dichters, der stets im Spannungsfeld zwischen der Tradition und der Moderne sowie zwischen dem eigentlichen Schöpfungsprozeß und seiner kritischen Rezeption steht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2000
Insgesamt ziemlich inspirierend findet Lutz Hagestedt Franz Josef Czernins literaturtheoretische Essays. In denen beschäftigt sich der Dichter und Literaturkritiker mit Autoren wie Ernst Jandl, Peter Handke, Jorge Luis Borges und Paul Valéry. Er attestiert ihm eine "Doppelbegabung zur Poesie und Theorie" und das führt für Hagestedt dazu, dass bei Czernin "Dichtung und das Sprechen über Dichtung einen anregenden Wettstreit austragen". Besonders interessiert den Autor, was bei der Negation und wortgemäßen Umdrehung von etwas bereits Gesagtem heraus kommt und diesen Ansatz findet auch Hagestedt spannend. Damit gelingt es ihm oft "eine neue, zweite Stimmigkeit jenseits des Erwartungshorizontes zu schaffen". Nicht so gelungen und überzeugend findet der Rezensent hingegen die "kritischen Töne dieser Essays". Da fehlt es seiner Meinung nach an Glaubwürdigkeit, "weil er hier die Hingabe der Beobachtung verliert".
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